Drei Neue auf der ISS Mit Lego und Stutenmilch ins All

Weil gerade drei neue Raumfahrer angekommen sind, ist es vorübergehend eng auf der Internationalen Raumstation. Die Neuankömmlinge haben ungewöhnliches Gepäck dabei.

Volles Haus: Erstmals seit 2013 wieder neun Menschen auf der ISS
DPA / Nasa TV

Volles Haus: Erstmals seit 2013 wieder neun Menschen auf der ISS


Normalerweise arbeiten sechs Menschen gleichzeitig auf der Internationalen Raumstation. Doch gerade ist es dort etwas enger: Zum ersten Mal seit 2013 sind seit Freitag wieder neun Astronauten an Bord. Das hat damit zu tun, dass eine "Sojus"-Kapsel am Morgen um 9.39 Uhr MESZ an der Station angedockt hat, 12.15 Uhr MESZ wurden dann die Luken geöffnet.

An Bord der "Sojus" waren Esa-Astronaut Andreas Mogensen aus Dänemark, der Kasache Aidyn Aimbetow sowie der russische Kosmonaut Sergej Wolkow. Sie waren zwei Tage lang in ihrer Kapsel "Sojus TMA-18M" zur Station geflogen - also deutlich länger als die meisten anderen Besatzungen zuletzt. Normalerweise wird seit Frühjahr 2013 eine optimierte Anflugroute eingesetzt. Sie macht einen Transfer in rund sechs Stunden möglich.

Mogensen ist der erste Däne, der zu einer Mission im Weltraum ist. Er soll auf seiner Mission "Iriss" unter anderem eine neue, der Natur nachempfundene Membran zur Wasserreinigung testen, wie die Europäische Raumfahrtagentur Esa mitteilte.

Raumtaxis werden gewechselt

Außerdem probiert Mogensen eine Spezialbrille für eine bequemere Übertragung von Anweisungen bei komplexen Arbeitsprozessen und einen besonders eng anliegenden Anzug zur Vorbeugung von Rückenschmerzen aus.

Die dänische Spielzeugfirma Lego stattete ihn mit mehreren speziell entwickelten Plastikfiguren aus, die später an Schulkinder vergeben werden sollen. Aimbetow brachte Spezialitäten aus seinem zentralasiatischen Heimatland auf die ISS, darunter Stutenmilch.

Bislang arbeiteten die Russen Gennadi Padalka, Michail Kornijenko und Oleg Kononenko, die Amerikaner Scott Kelly und Kjell Lindgren sowie der Japaner Kimiya Yui auf der ISS.

Die Besatzung der aktuellen "Sojus"-Kapsel wird unterschiedlich lange im All bleiben. Während Wolkow weitere fünf Monate auf der ISS verbringen wird, fliegen Mogensen und Aimbetow mit dem Kosmonauten Gennadij Padalka schon in zehn Tagen zurück.

Das Ganze hat mit einer Langzeitmission zu tun, die gerade läuft. US-Astronaut Scott Kelly und sein russischer Kollege Michail Kornijenko bleiben für insgesamt elf Monate auf der ISS, wovon aktuell rund die Hälfte der Zeit vergangen ist.

Wie alle anderen Raumfahrer brauchen auch sie eine funktionierende "Sojus"-Kapsel, um bei Problemen jederzeit nach Hause zurückkehren zu können. Nach russischen Vorgaben sollen die Fähren aber nur ein halbes Jahr im All bleiben. Deswegen wird ihr Taxi jetzt ausgetauscht - und kehrt mit Padalka, Mogensen und Aimbetow zur Erde zurück.

chs/dpa



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
shalom-71 04.09.2015
1. Naja...
mit LEGO-Steinen kann man auch konstruktivere Sachen machen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.