Sojus-Rekord: Raumfahrer sollen per Turbo zur ISS fliegen

Sojus-Kapsel (Start am 6. Februar 2013): In Zukunft sind auch Kapseln mit Platz für vier oder sogar sechs Raumfahrer geplant Zur Großansicht
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Sojus-Kapsel (Start am 6. Februar 2013): In Zukunft sind auch Kapseln mit Platz für vier oder sogar sechs Raumfahrer geplant

Was bislang zwei Tage dauerte, soll nun in sechs Stunden passieren: In der Nacht zu Freitag werden zwei Kosmonauten und ein Astronaut per Sojus-Kapsel zur ISS fliegen - in nur sechs Stunden. Eine moderne Bordkommunikation soll das Express-Schema möglich machen.

Unmittelbar vor einem Rekordflug ins All hat sich die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS auf die Ankunft ihrer Kollegen vorbereitet. Zwei russische Kosmonauten und ein US-Astronaut sollen in der Nacht zu Freitag mit einer Sojus-Kapsel erstmals in knapp sechs Stunden vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur ISS fliegen. Bislang waren dafür zwei Tage notwendig.

Auf dem Außenposten der Menschheit stehen für Pawel Winogradow und Alexander Missurkin (beide Russland) sowie Chris Cassidy (USA) in den kommenden fünfeinhalb Monaten Dutzende Experimente auf dem Programm. Geplant sind auch fünf Ausstiege ins All. Alle Männer haben Weltraumerfahrung.

Das neue Sechs-Stunden-Schema wurde möglich, da der digitale Bordcomputer nun unabhängig vom Flugleitzentrum arbeitet. Ein ständiger Funkkontakt mit dem Boden ist damit nicht mehr nötig. Auf der ISS in rund 410 Kilometern Höhe arbeiten derzeit Chris Hadfield (Kanada), Thomas Marshburn (USA) und Roman Romanenko (Russland).

Um für den nächtlichen Start topfit zu sein, mussten die Raumfahrer ihren Biorhythmus umstellen. "Das ist schon kompliziert", meinte Winogradow. Der Kosmonaut feiert auf der ISS seinen 60. Geburtstag und wird mit dem Aufenthalt zum ältesten Russen im All.

Platz ist knapp in der Kapsel

Die russischen Sojus-Kapseln sind derzeit die einzige Möglichkeit, Menschen ins All zu befördern - und wieder zurück auf die Erde. Derzeit bieten sie bis zu drei Raumfahrern Platz. Allerdings klagen Besatzungsmitglieder immer wieder über den viel zu engen Raum. Auch das sei ein Grund gewesen, die Flugzeit von bislang zwei Tagen auf knapp sechs Stunden zu verkürzen, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit.

1967 erstmals eingesetzt, haben die Sojus ("Union") sowie die Trägerraketen gleichen Namens bereits Dutzende Raumfahrer ins All gebracht. Seit 2010 sind moderne Sojus TMA-M im Einsatz, die dank weniger Masse günstiger und effizienter sind. Dabei erhielt das Raumschiff auch einen neuen Bordcomputer, der nun - gemeinsam mit anderen Faktoren - unerlässlich für die rapide verkürzte Flugzeit zur Internationalen Raumstation ISS ist.

In Zukunft sind auch Kapseln mit Platz für vier oder sogar sechs Raumfahrer geplant. Der erste unbemannte Test mit dem neuen Raumschiff sei für 2018 geplant, teilte Roskosmos mit. Bereits 2015 soll mit der britischen Sängerin Sarah Brightman erstmals seit 2009 wieder ein Tourist zur ISS fliegen - natürlich mit einer Sojus.

dpa/nik

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