Erfolgreiche Mission "Sojus"-Rakete hat drei Raumfahrer zur ISS gebracht

Oleg Kononenko, Kjell Lindgren und Kimiya Yui sind auf der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Der Start der "Sojus"-Rakete war wegen des Absturzes eines Raumfrachters um fast zwei Monate verschoben worden.

Raumfahrer Lindgren, Kononenko und Yui vor dem Start: "Vertrauen in die 'Sojus'"
REUTERS

Raumfahrer Lindgren, Kononenko und Yui vor dem Start: "Vertrauen in die 'Sojus'"


Mit fast zwei Monaten Verspätung sind drei Raumfahrer für eine Mission im All zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Der Russe Oleg Kononenko, der US-Amerikaner Kjell Lindgren und der Japaner Kimiya Yui hoben in der Nacht an Bord einer russischen "Sojus"-Rakete vom Weltraumbahnhof im kasachischen Baikonur ab. Die Raumkapsel "Sojus TMA-17M" dockte nach etwa sechs Flugstunden am Außenposten der Menschheit gut 400 Kilometer über der Erde an, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Der Start war ursprünglich für den 26. Mai geplant gewesen. Wegen des Absturzes eines Frachters vom Typ "Progress" Ende April war der Flug aber verschoben worden. Auch die zunächst für Mitte Mai geplante Rückkehr von drei ISS-Besatzungsmitgliedern verzögerte sich deswegen.

Kononenko, Lindgren und Yui erklärten vor dem Start, sie seien gut vorbereitet worden und machten sich keine Sorgen, dass etwas schiefgehen könnte. "Jetzt habe ich mehr Vertrauen in die Zuverlässigkeit (der "Sojus" - d. Red.)", sagte der US-Amerikaner Lindgren der Agentur Tass zufolge.

Die drei Raumfahrer sollen für 163 Tage im All bleiben. Sie verstärken auf der ISS die russischen Kosmonauten Gennadi Padalka und Michail Kornijenko sowie den US-Astronauten Scott Kelly.

syd/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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simon.meister6 23.07.2015
1.
Ich dachte die Russen dürfen die Raumstation wegen der Santionen nicht mehr anfliegen.
schwerpunkt 23.07.2015
2.
Zitat von simon.meister6Ich dachte die Russen dürfen die Raumstation wegen der Santionen nicht mehr anfliegen.
Für viele ist es überraschend, dass die Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland der bemannten Raumfahrt sogar hervorragend und erstaunlich reibungsfrei funktioniert. Trotz mancher polternden Aussagen von Politikern der zweiten Garde auf beiden Seiten, wird daran auch von niemanden gerüttelt. Es wird im Gegenteil sogar über gemeinsame Projekte für die Zeit nach der ISS (2020, 2024 oder 2028) nach gedacht. Macht ja auch Sinn in diesem Feld mit "dem besten beider Welten" gemeinsame Strategien zu finden und zu beschreiten.
salomonh71d 23.07.2015
3. Eine Nation alleine ...
kann in der Raumfahrt zukünftig nichts mehr ausrichten. Trotz der Versuche, einen neuen kalten Krieg zu provozieren, wird bei der ISS die Zusammenarbeit fortgesetzt, weil alle Seiten davon etwas haben: Russland erhält pro befördertem nichtrussischen Kosmonaut 50 Millionen Dollar, die US-Raumfahrtindustrie Raketentechnologie und Erfahrung der Russen, ohne die eine ISS und schwere US-Militärsatelliten (Atlas-Rakete) nicht möglich wären. Auch Europa (ESA) ist angewiesen auf die Russen. Nur die Chinesen stemmen im Alleingang ein bemanntes Raumfahrtprogramm. Wer sich an das anfällige und fehlkonstruierte Shuttle erinnert, schätzt die robusten, aber engen und unbequemen Sojus-Raumschiffe, die auch als Rettungsmittel der ISS fungieren. Früher oder später setzen sich in der Raumfahrt und Politik wieder gelassenere Charaktere durch. Denn ohne Zusammenarbeit haben wir keine Zukunft.
NauMax 12.08.2015
4.
Aber die Russen haben das Space Shuttle einst ebenfalls kopiert, dann einmal eingesetzt und aus monetären Gründen eingestampft.
Sumerer 12.08.2015
5.
Ohne die noch sowjetische Mir, hätte es die Entwicklung der internationalen Raumfahrt so nicht geben können. Die Mir war geradezu ein Schlüsselelement dazu. Trotz aller Pleiten, Pech und Pannen.
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