"Sojus"-Start Multimillionär auf dem Weg zur ISS

Der Start in Baikonur ist geglückt: Der US-Multimillionär Richard Garriott fliegt zur Internationalen Raumstation ISS, um dort mehrere Tage zu bleiben. Über 20 Millionen Euro bezahlt der Weltraumtourist für die Reise im "Sojus"-Raumschiff.


Baikonur - 35 Jahre nach seinem Vater ist der US-Multimillionär Richard Garriott am Sonntag zu einem mehrtägigen Aufenthalt ins All gestartet. Gemeinsam mit dem russischen Kosmonauten Juri Lontschakow und US-Astronaut Michael Fincke flog der 47-jährige Weltraumtourist vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus zur Internationalen Raumstation ISS.

Start in Baikonur: "Ich wollte immer machen, was mein Vater gemacht hat"
DPA

Start in Baikonur: "Ich wollte immer machen, was mein Vater gemacht hat"

Garriots Vater Owen hatte 1973 als US-Astronaut zwei Monate auf der ersten Raumstation "Skylab" gelebt. Sein Sohn Richard ist der sechste Weltraumtourist seit 2001, für seinen zehntägigen Trip zahlte er rund 22 Millionen Euro. Sein Vermögen machte Garriott als Entwickler und Vertreiber von Computerspielen.

Hunderte Schaulustige waren in die kasachische Steppe nach Baikonur gekommen. Nach dem erfolgreichen Start der Rakete in den blauen Himmel knallten die Champagnerkorken. "Ich bin sehr glücklich für ihn", sagte Garriotts Freundin Kelly Miller mit Tränen in den Augen. "Das ist eines der Dinge, die er immer machen wollte." Vater Owen Garriott schwärmte: "Das ist wunderbar, sehr gut."

Das "Sojus"-Raumschiff mit Garriott und seinen beiden Begleitern an Bord wird am Dienstag um 10.33 MESZ an der ISS erwartet. Der Multimillionär hatte sich einem monatelangen Training und strengen medizinischen Test unterzogen, um sich auf die Mission vorzubereiten. In der ISS will Garriott an verschiedenen wissenschaftlichen Experimenten mitwirken, darunter zu den Auswirkungen von Weltraumreisen auf das Immunsystem und zum Schlafverhalten von Astronauten.

20 bis 30 Jahre habe er auf den Weltraumflug hingearbeitet, hatte Garriott in einem Interview gesagt. "Ich bin in einer Astronauten-Familie aufgewachsen und wollte immer machen, was mein Vater gemacht hat." Möglich gemacht hat die Reise das Unternehmen Space Adventures, das 2001 den ersten Weltraumtouristen, den US-Bürger Dennis Tito, an Bord eines "Sojus"-Raumschiffes zur ISS hatte bringen lassen. Ihm folgten neben Garriott bislang vier weitere Weltraumurlauber: Mark Shuttleworth (2002), Greg Olson (2005), Anousheh Ansari (2006) und Charles Simonyi (2007).

hda/AFP

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