Sonde "Hayabusa": Japan freut sich über erste Asteroiden-Proben

Die Rückkehr war spektakulär, doch die ersten Zweifel kamen schnell: Hatte die Sonde "Hayabusa" wirklich Asteroidenstaub auf die Erde gebracht? Jetzt melden japanische Forscher, dass es sich tatsächlich um Partikel aus dem All handelt - deren Zusammensetzung ungewöhnlich ist.

Asteroidenstaub auf der Erde: Bergung der Kapsel von der Sonde "Hayabusa" Zur Großansicht
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Asteroidenstaub auf der Erde: Bergung der Kapsel von der Sonde "Hayabusa"

Tokio - Die Freude der Wissenschaftler ist groß: Nach einer siebenjährigen Reise, die schwer von technischen Pannen überschattet war, kann die Mission jetzt endlich als erfolgreich gewertet werden. Die im Sommer heimgekehrte Weltraumsonde "Hayabusa" hat wie erhofft die ersten jemals gesammelten Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Mitte Juni landete die kleine Kapsel ganz nach Plan in der australischen Wüste. Nach der ersten Euphorie kam bald die Ernüchterung: Ob "Hayabusa" tatsächlich Asteroidenstaub eingesammelt hatte oder nicht, konnten die ersten Analysen zunächst nicht bestätigen.

Doch nun sind alle Zweifel ausgeräumt. Bei den in einer Kapsel transportierten Partikeln handele es sich um Material des mehr als 300 Millionen Kilometer von der Erdumlaufbahn entfernten Asteroiden Itokawa, gab der japanische Wissenschaftsminister Yoshiaki Takaki am Dienstag bekannt. Asteroiden gelten als Urmaterie unseres Systems, die bei der Entstehung der Planeten und Monde übrigblieb.

Der Falke landete in der australischen Wüste

Etwa 1500 Partikel - nur etwa ein tausendstel bis ein hundertstel Millimeter groß - waren es, die Wissenschaftler mit Hilfe von Elektronenmikroskopen analysierten. Diese, das teilte die japanische Weltraumbehörde Jaxa mit, unterschieden sich völlig von Substanzen auf der Erde. Nach ersten Analysen enthalten sie viel mehr Eisenelemente als ähnliche Mineralien auf der Erde.

Es war eine spektakuläre Rückkehr - mit vier Milliarden Kilometer auf dem Tacho. Als die pannengeplagte japanische Raumsonde "Hayabusa" Mitte Juni nach sieben Jahren im Weltall zur Erde zurückkehrte, verglühte sie mit einem riesigen leuchtenden Schweif. Von dem kühlschrankgroßen Gerät blieb bei dem feurigen Spektakel nur eine kleine Kapsel übrig. Sie landete nach Plan in der australischen Wüste - und sollte, so die Hoffnung der beteiligten Wissenschaftler, die ersten Proben von Asteroidenmaterial enthalten.

"Hayabusa" (deutsch: "Falke") hatte die Proben vor fünf Jahren auf dem erdnussförmigen Asterioden Itokawa eingesammelt. Die Wissenschaftler versprechen sich von den Partikeln neue Erkenntnisse zur Entstehung der Planeten unseres Sonnensystems.

Es ist erst das fünfte Mal überhaupt, dass Material aus dem Weltall mit einem Raumfahrzeug zur Erde gebracht wurde. So kam durch die russischen Luna- sowie die US-Apollo-Missionen Mondgestein zur Erde, die Sonde "Stardust" sammelte Kometenstaub und die "Genesis"-Mission Material von der Sonne.

cib/dpa

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