Sonde "Mangalyaan" Indiens Mars-Reise beginnt

Der Start ist geglückt: Die erste indische Mars-Sonde ist an Bord einer Rakete auf dem Weg in die Erdumlaufbahn. In einem Dreivierteljahr soll "Mangalyaan" den Roten Planeten erreichen. Die Mission ist wegen ihrer Kosten allerdings umstritten.


Neu-Delhi - Indiens erste Mars-Sonde hat den langen Flug zum roten Planeten begonnen. Im September 2014 soll sie ihre Umlaufbahn um den Mars erreichen. Indien wäre bei einem Erfolg der "Mars Orbiter Mission" ("Mom") Mitglied in einem elitären Club. Nur die USA, die UdSSR und Europa haben Sonden zum Roten Planeten geschickt. Japan und China sind bisher gescheitert.

Vom Raumfahrtbahnhof Sriharikota an der Südostküste Indiens startete um 14.38 Uhr Ortszeit (10.08 MEZ) eine Rakete mit der 1,35 Tonnen schweren unbemannten Sonde. "Sie hat abgehoben", kommentierte ein Sprecher im Staatsfernsehen den Start.

Die Rakete mit der Sonde soll zunächst die Erde etwa einen Monat lang umrunden. Wenn sie genügend Geschwindigkeit aufgenommen hat, soll sie die Erdatmosphäre verlassen.

Hochentwickelte Sensoren an Bord sollen die Mars-Atmosphäre untersuchen und nach Spuren von Methan als Beweis für die Existenz primitiver Organismen suchen.

Fotostrecke

6  Bilder
"Mangalyaan": Indiens Mars-Sonde
Nicht das teuerste Vorhaben

Das gesamte Projekt um die Sonde "Mangalyaan" (Hindi für "Mars-Reisender") ist relativ günstig: Die Kosten werden auf 54 Millionen Euro beziffert - trotzdem ist die Mission umstritten. Warum muss ein Land, in dem ein Drittel aller Armen der Welt leben, Millionen für eine Marsmission ausgeben? Der Ökonom Jean Drèze bezeichnete das Vorhaben als "Teil des wahnhaften Strebens der indischen Elite nach dem Supermacht-Status".

Allerdings geht Indien auch deutlich teurere Projekte an, über deren Nutzen man streiten könnte, wie etwa den Bau der größten Statue der Welt auf einer Insel im Narmada-Fluss im Bundesstaat Gujarat. Das Standbild des Unabhängigkeitskämpfers Sardar Patel soll 182 Meter hoch werden. Geschätzte Kosten für Statue und entsprechende Infrastruktur: mehr als 200 Millionen Euro.

"Mangalyaan" ist nicht das einzige Raumschiff, das im November zum Mars starten soll. Die Nasa-Sonde "Maven" ("Mars Atmosphere and Volatile Evolution") soll am 18. November in Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) abheben. Den Mars soll die Sonde ebenfalls im September 2014 erreichen.

wbr/AFP/Reuters

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Alfred Ahrens 05.11.2013
1. Na super, wenn Indien sich so etwas leisten kann dann stoppen wir mal all die Unterstützung,
sollen sich die Sponsoren dieser Mission erstmal mit den Problemen auf indischem Grund und Boden kümmern ! Unfassbar !
darthmax 05.11.2013
2. Entwicklungshilfekonzepte
Ich frage mich schon, wie sich unsere Entwicklungshilfe versteht, erst unterstützen wir China grosszügig, damit dort Mittel frei werden für die Raumfahrt und Atombombe und Erwerb von US Staatsanleihen, jetzt finanzieren wir in Indien mit 900 mio € Projekte in der Landwirtschaft, damit die freigewordenen Mittel für Raumfahrt und Flugzeugträger genutzt werden können. Da könnte man glatt die deutsche Maut sparen wenn man von derartigen Finanzierungen Abstand nimmt. Das hat nichts mit Raumfahrt oder Entwicklungshilfe zu tun, wenn ein Staat sich diese leisten kann. Wieso schicken wir von dem Geld nicht ein Raketchen zum Mars?
Freidenker10 05.11.2013
3. optional
Es ist lächerlich und kriminell das ein solch armes Land, in dem hunderte von Millionen Menschen hungern Geld für ein völlig nutzloses Weltraumprogramm ausgibt. Da gehts eher um die Profilierung von einigen Ego Politikern!
MiniDragon 05.11.2013
4. Auswanderungswillige Inder
Zitat von darthmaxIch frage mich schon, wie sich unsere Entwicklungshilfe versteht, erst unterstützen wir China grosszügig, damit dort Mittel frei werden für die Raumfahrt und Atombombe und Erwerb von US Staatsanleihen, jetzt finanzieren wir in Indien mit 900 mio € Projekte in der Landwirtschaft, damit die freigewordenen Mittel für Raumfahrt und Flugzeugträger genutzt werden können. Da könnte man glatt die deutsche Maut sparen wenn man von derartigen Finanzierungen Abstand nimmt. Das hat nichts mit Raumfahrt oder Entwicklungshilfe zu tun, wenn ein Staat sich diese leisten kann. Wieso schicken wir von dem Geld nicht ein Raketchen zum Mars?
Sie haben nur den tieferen Sinn dieser indischen Bemühungen noch nicht richtig verstanden: Die Anzahl der Inder hat sich in einer Generation verdoppelt und alles deutet darauf hin, dass in weiteren 30 Jahren in Indien mehr als 2.5 statt der heutigen 1,4 Milliarden Menschen miteinander auskommen müssen, wenn sie nicht irgendwohin auswandern können!
palim-palim 05.11.2013
5. Erdumlaufbahn –*nicht Erdatmosphäre
"Die Rakete mit der Sonde soll zunächst die Erde etwa einen Monat lang umrunden. Wenn sie genügend Geschwindigkeit aufgenommen hat, soll sie die Erdatmosphäre verlassen."
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.