"LCROSS" hatte zunächst eine alte, zwei Tonnen schwere "Centaur"-Raketenstufe mit rund 9000 Kilometern pro Stunde in den Cabeus-Krater in der Nähe des Mond-Südpols krachen lassen. Kein Sonnenstrahl dringt auf den Boden des Kraters vor - Forscher hatten deshalb vermutet, dass sich dort gefrorenes Wasser gesammelt haben könnte. Der 79 Millionen Dollar teure "LCROSS" (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite) funkte Daten des "Centaur"-Absturzes zur Erde, ehe er selbst in dem Krater zerschellte.
Spektrometer-Daten verrieten Wasservorkommen
Die Wissenschaftler konzentrierten sich bei der Untersuchung der Wolke auf Spektrometer-Daten. Sie verraten anhand des Lichtspektrums von Materialien, wie diese zusammengesetzt sind. Die Spektrometer-Daten seien von einer Emission im Ultraviolett-Bereich bestätigt worden. Dabei habe es sich um Hydroxyl gehandelt, das entsteht, wenn Wasser von Sonnenlicht aufgespaltet wird.
Der Wasserfund "eröffnet ein neues Kapitel in unserem Verständnis des Monds", hieß es in einer Mitteilung der Nasa. "Wir sind total begeistert", schwärmte Anthony Colaprete, Forschungsleiter des "LCROSS"-Projekts. Es gebe zahlreiche Hinweise darauf, dass sowohl in der hohen Staubwolke als auch in den Trümmern Wasser vorhanden war.
Erst im September waren drei Forscherteams unabhängig voneinander zu dem Ergebnis gekommen, dass eine hauchdünne Schicht von Wassermolekülen den Mond überzieht. Die Entdeckung im Cabeus-Krater ist allerdings etwas vollkommen anderes: Hier geht es nicht mehr um einzelne Moleküle, sondern um größere Wassermengen. Um welche genau, verriet die Nasa allerdings nicht. "Die Konzentration und Verteilung von Wasser muss noch näher untersucht werden", räumte Colaprete ein. "Aber wir können mit Sicherheit sagen, dass es im Cabeus-Krater Wasser gibt."
Mondwasser dürfte für künftige bemannte Missionen auf dem Erdbegleiter von großer Bedeutung sein - es könnte in seine chemischen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt und zu Atemgas oder Raketentreibstoff umgewandelt werden. Zusammen mit dem Wasser seien auch Spuren anderer verblüffender Substanzen gefunden worden. "Die permanent abgeschatteten Regionen des Monds sind echte Kältefallen", erläuterte Colaprete. "In ihnen sammelt und erhält sich Material über Milliarden von Jahren."
mbe/AFP/AP/dpa
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