Prognose für Samstag: Sonnensturm trifft Erde

Polarlichter bis nach Deutschland: Die Nasa sagt für den frühen Samstagmorgen einen Sonnensturm vorher, der den Himmel besonders stark leuchten lassen wird. Schäden können nicht ausgeschlossen werden.

NASA/ SDO/ AIA

Hamburg - Am Samstag wird die Erde aller Voraussicht nach von einem Sonnensturm getroffen. Elektrisch geladene Partikel der Sonne dringen dann nahe der Pole in die Atmosphäre ein - voraussichtlich werden bis nach Norddeutschland Nordlichter am Himmel zu sehen sein, berichtet die US-amerikanische Wetterbehörde NOAA.

Schlimme Auswirkungen seien unwahrscheinlich. Das Magnetfeld schützt die Erde vor den Sonnenteilchen. Nicht auszuschließen sei allerdings, dass Satelliten, Funkverkehr oder Stromleitungen gestört würden. Auswirkungen auf die Gesundheit schließen Wissenschaftler aus.

Der Sonnensturm entstand, nachdem es am Donnerstagnachmittag einen Ausbruch beim Sonnenfleck 1520 gegeben hatte. Dabei wurde eine Fackel mit Sonnenplasma von der zehnfachen Größe der Erde in Richtung unseres Planeten katapultiert, berichtet die Nasa.

Nun rast der Sonnensturm mit mehr als 1300 Kilometern in der Sekunde durchs All. Um die rund 150 Millionen Kilometer zur Erde zurückzulegen, benötigt er gut 30 Stunden. Die Nasa erwartet die Ankunft am frühen Samstagvormittag.

Über die Stärke eines Sonnensturms lassen sich aber meist erst dann gesicherte Aussagen treffen, wenn er Sonnenbeobachtungssatelliten erreicht hat. Dann ist ein Sturm allerdings meist nur noch etwa eine halbe Stunde von der Erde entfernt.

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Eruption von Sonnenfleck 1520: Ankunft der Plasmafackel
Zunächst helfen Computermodelle bei der Prognose: Sie beziehen sich vor allem auf die Gestalt der Magnetfeldlinien der Sonne - ihre Ausrichtung zur Erde bestimmt im Wesentlichen, wie stark die Erde getroffen wird.

Nach Berechnungen der Nasa werden die Sonnenteilchen dieses Mal besonders weit vordringen. Bei klarem Himmel könnten Samstagfrüh und in der Nacht zum Sonntag Polarlichter am dunklen Nachthimmel bis weit nach Süden glühen. In Europa könnte laut NOAA-Prognose das farbige Himmelsleuchten bis nach Niedersachsen und Thüringen zu bewundern sein.

Wer gleichzeitig zum Leuchten ein Knallen oder Knirschen hört, muss neuerdings nicht mehr an seiner Wahrnehmung zweifeln: Forscher haben gerade bekanntgegeben, dass Nordlichter Geräusche erzeugen können.

Es dürfte nicht das letzte Schauspiel dieser Art für die nächsten Monate gewesen sein. Die Sonne nähert sich der Hochphase ihrer Aktivität - 2013 oder 2014 wird sie ihr Maximum erreichen. Bis dahin werden weitere Sonnenstürme durchs All rasen - manche dürften die Erde treffen.

boj

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