Sonnensystem Interplanetarer Staub bringt Wasser zur Erde

Forscher haben auf Staubpartikeln aus dem Weltall Wasser nachgewiesen. Die Teilchen stammen aus der Stratosphäre, das Wasser ist durch den Beschuss mit Sonnenwind entstanden. Ähnliche Prozesse dürfte es auch auf anderen Planeten geben.

Zentralgestirn: Sonnenwind produziert Wasser auf Staubteilchen
NASA/ SDO/ AIA

Zentralgestirn: Sonnenwind produziert Wasser auf Staubteilchen


Los Angeles - Astronomen haben auf kosmischen Staubpartikeln aus unserem Sonnensystem winzige Mengen Wasser entdeckt. Das Wasser entstand demnach durch den Beschuss der Staubkörnchen mit dem Sonnenwind, wie die Gruppe um John Bradley vom kalifornischen Lawrence Livermore National Laboratory in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichtet. Ein Teil des irdischen Wassers könnte demnach auf diese Weise mit interplanetarem Staub vom Himmel geregnet sein.

Der Sonnenwind ist ein beständiger Teilchenstrom. Er besteht zum Großteil aus Protonen, das sind Wasserstoff-Atomkerne. Treffen sie auf den interplanetaren Staub, können sie mit Sauerstoff aus den Staubkörnchen Wassermoleküle bilden. Seit mehr als vier Jahrzehnten diskutieren Forscher, ob dieser Prozess tatsächlich stattfindet.

Nun hat die Gruppe um Bradley erstmals einen Beleg dafür gefunden. Sie hatte unter anderem mit dem Elektronenmikroskop interplanetare Staubpartikel untersucht, die in der Stratosphäre eingesammelt wurden. An den vom Sonnenwind bestrahlten Rändern der Staubkörnchen stießen die Forscher auf winzige Bläschen, in denen sie flüssiges Wasser und Wasserdampf fanden.

Da jährlich etwa 30.000 bis 40.000 Tonnen interplanetaren Staubs auf die Erde regneten, könne so nicht nur ein Teil des Kohlenstoffs, sondern auch ein Teil des Wassers auf die Erde gelangt sein, argumentieren die Wissenschaftler. Auch die anderen terrestrischen Planeten in unserem Sonnensystem würden durch den Staub, der im jungen Sonnensystem noch deutlich dichter gewesen sei, mit Wasser und Kohlenstoff versorgt. Die Untersuchung belege außerdem, dass diese Form der Wasserproduktion auch auf Himmelskörpern ohne Lufthülle wie etwa dem Mond stattfinde, wo der Sonnenwind direkt auf Gestein treffe.

hda/dpa



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HerbertVonbun 21.01.2014
1. Omnia
Einfach zu viele Fahrradketten! Wichtiger finde ich die Reinheit des hiesigen Bieres nach dem Deutschen Reinheitsgebot und ein unbelastetes Grund- wie Trinkwasser.
silence_dirk 21.01.2014
2. optional
Zitat: "Der Sonnenwind ist ein beständiger Teilchenstrom. Er besteht zum Großteil aus Protonen, das sind Wasserstoff-Atomkerne" Zitat ende. Wenn das so wäre, würde die Sonne dann nicht große Mengen an Masse verlieren?
silence_dirk 21.01.2014
3.
Zitat: "Der Sonnenwind ist ein beständiger Teilchenstrom. Er besteht zum Großteil aus Protonen, das sind Wasserstoff-Atomkerne" Zitat ende. Wenn das so wäre, würde die Sonne dann nicht große Mengen an Masse verlieren?
drünja 21.01.2014
4. Das ist also der Grund für
den Anstieg des Meeresspiegels!
afxtwin 21.01.2014
5. bingo
Zitat von silence_dirkZitat: "Der Sonnenwind ist ein beständiger Teilchenstrom. Er besteht zum Großteil aus Protonen, das sind Wasserstoff-Atomkerne" Zitat ende. Wenn das so wäre, würde die Sonne dann nicht große Mengen an Masse verlieren?
richtig. " … In jeder Sekunde verliert die Sonne etwa 4 Millionen Tonnen ihrer Masse die in Energie umgewandelt und abgestrahlt werden. …" http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/01/19/das-schicksal-der-planeten-nach-dem-tod-der-sonne/
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