Ungewöhnliches Bild Kosmischer "Hamburger" entdeckt

Forschern ist eine besondere Aufnahme mit dem größten Radioteleskop der Welt gelungen: Sie zeigt, wie ein junger Stern wächst.

Illustration einer Akkretionsscheibe
Yin-Chih Tsai/ ASIAA

Illustration einer Akkretionsscheibe


Das Gebilde auf dieser Aufnahme ähnelt tatsächlich einem riesigen Burger, der sich im All um seine Achse dreht. Sie zeigt, wie ein sehr junger Stern bei seiner Entstehung "Nahrung" erhält, um wachsen zu können.

Bei dem Ding auf der Aufnahme, das die Wissenschaftler um Chin-Fei Lee von der National Taiwan University selbst "Space Hamburger" genannt haben, handelt es sich um eine sogenannte Akkretionsscheibe. Sie besteht aus Gas und Staub, rotiert um ein zentrales Objekt und transportiert Materie in ihr Zentrum, die ein Stern bei seiner Geburt braucht.

Aufnahme A zeigt das HH 212 Protosternensystem, das orangefarbene Bild eine Vergrößerung der Akkretionsscheibe. Daneben unser Sonnensystem zum Größenvergleich.
ALMA (ESO/ NAOJ/ NRAO)/ Lee et al.

Aufnahme A zeigt das HH 212 Protosternensystem, das orangefarbene Bild eine Vergrößerung der Akkretionsscheibe. Daneben unser Sonnensystem zum Größenvergleich.

Solche Scheiben wurden bereits bei weiter entwickelten Sternen beobachtetet, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science Advances". Doch noch nie sei eine so detailreiche Aufnahme an einem jungen Protostern gelungen - in diesem Fall hat der IRAS 05413-0104 genannte Stern ein Alter von etwa 40.000 Jahren. Unsere Sonne ist mit 4,6 Milliarden Jahren deutlich älter.

Wegen der schlechteren Aufnahmequalität in der Vergangenheit sei vieles über die Rolle und das Auftreten von Akkretionsscheiben bei der Sternenentstehung noch nicht bekannt gewesen. So war unklar, ob sie bei Protosternen überhaupt vorkommen oder die Rotation durch den Einfluss von Magnetfeldern möglicherweise gestört wird.

Das Bild wurde in Chile vom größten Radioteleskop der Welt gemacht, dem Alma (Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array). Der Teleskop-Verbund beobachtet das Universum bei Wellenlängen im Millimeter- und Submillimeterbereich. Die Astronomen können auf diese Weise sowohl extrem kalte Objekte - wie beispielsweise die dichten Wolken von interstellarem Gas und Staub, in denen sich neue Sterne bilden - als auch sehr weit entfernte Objekte im frühen Universum erforschen.

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Durch ihr Bild, das wegen der hohen Auflösung sehr gut verschiedene Gas- und Staubkonzentrationen zeigt, könnte die Entstehung und Funktionsweisen solcher Akkretionsscheiben in Zukunft besser verstanden werden, glauben die Forscher. Die Aufnahme stammt aus dem HH 212 genannten Sternentstehungsgebiet im Sternbild Orion und liegt etwa 1300 Lichtjahre von uns entfernt.

In ihrer Studie haben die Forscher auch ein Modell der gefundenen Scheibe entwickelt, das Schätzungen zu Temperatur und Dichte beinhaltet. So erhoffen sie sich Erkenntnisse über den Prozess der Planetenbildung.

joe



insgesamt 14 Beiträge
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homernarr 20.04.2017
1. Nicht doch
Das würden US Forscher einen Donut nennen. Ich übrigens auch.
schwerpunkt 20.04.2017
2.
Zitat von homernarrDas würden US Forscher einen Donut nennen. Ich übrigens auch.
Der Käse macht den Unterschied.
tailspin 20.04.2017
3. Double Starburger
Zitat von schwerpunktDer Käse macht den Unterschied.
Mit Gurkenscheiben und BBQ Ketchup ueber dem Patty. Wenn man jetzt noch auf dem Radioteleskop Bild den Schriftzug von Coca Cola oder das gelbe M entdeckt, ist es Zeit das Stars and Stripes Banner auf dem Hamburger aufzupflanzen.
Zitrone! 20.04.2017
4. aua
"Es liegt etwa 1300 Lichtjahre von Orion entfernt. " Bitte, was soll das heißen? Die Hauptsterne des Sternbilds Orion liegen zwischen ca. 250 und 900 LJ entfernt, der mittlere Gürtelstern ist evtl. noch deutlich weiter weg. Der Orionnebel ist ca. 1350 LJ von uns entfernt. Was meinen Sie also mit obiger Aussage?
dreamrohr2 20.04.2017
5.
mich wundert es, dass dieser Protostern zu beiden Seiten der Pole Jets aussendet. War es nicht so, dass sterbende Sterne und diese, die zum Schwarzen Loch geworden sind, diese Jets aufweisen? Warum aber man sich darüber wundert, dass der junge Stern sich aus einer Akkretionsscheibe "speist" verstehe ich wiederum nicht. Eine kolabierende Staubwolke aus welcher dann ein Stern entsteht, ist nun mal in Form einer Akkretionsscheibe vorhanden, zumindest wird für uns Laien eine Sterngeburt so beschrieben.
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