San Francisco/Los Angeles - Kalifornien ist um eine Sehenswürdigkeit reicher. Der ausgemusterte Space Shuttle "Endeavour" wird künftig in einem Museum in Los Angeles zu sehen sein. Nach fünfstündigem Flug auf dem Rücken eines Jumbo-Jets landete das Raumfähre auf dem Flughafen von Los Angeles.
Tausende Menschen beobachteten den letzten Flug der "Endeavour", die mit dem Transportflugzeug von der Edwards Air Force Base gestartet war. Die Route führte über die Golden Gate Bridge in San Francisco, das State Capitol in Sacramento und den berühmten Hollywood-Schriftzug in Los Angeles. "Es waren nur ein paar Sekunden, aber auch eine einzigartige Erfahrung, Geschichte zu erleben", sagte einer der Schaulustigen, Andrew Lerner.
In vielen Teilen Kaliforniens standen Personen auf Dächern, um einen letzten Blick auf die "Endeavour" am Himmel zu bekommen. Manche Eltern holten ihre Kinder dafür aus der Schule. Auf der Golden Gate Bridge wurden Autofahrer ermahnt, sich nicht von dem Schauspiel vom Verkehr ablenken zu lassen.
Die Raumfähre ist 77 Tonnen schwer, hat eine Spannweite von 26 Metern, ihr Heck ist rund 20 Meter hoch. Für die noch anstehende Überführung der Raumfähre vom Flughafen Los Angeles ins Museum mussten 400 Bäume auf der 20 Kilometer langen Strecke gefällt werden. Das führte auch zu einigem Ärger bei betroffenen Anwohnern. Museumsvertreter haben angekündigt, dort doppelt so viele Bäume neu anzupflanzen. Am 30. Oktober soll die "Endeavour" erstmals in dem Museum zu sehen sein.
Die "Endeavour" war 1991 fertig gestellt worden und flog am 7. Mai 1992 zum ersten Mal in den Weltraum. Sie ersetzte damals die "Challenger", die 1986 explodiert war. Auf ihrem Jungfernflug stiegen drei Astronauten ins All, um einen Satelliten zu reparieren. Die meisten Flüge des Space Shuttle dienten aber dem Transport von Fracht und Ausrüstungsteilen zur internationalen Raumstation ISS, die inzwischen beinahe fertig ist. Bei ihren Flügen legte die "Endeavour" rund 200 Millionen Kilometer zurück. Insgesamt war sie 299 Tage im All und hat dabei die Erde 4.677-mal umkreist.
Die Nasa hatte das Shuttle-Programm im vergangenen Sommer nach 30 Jahren eingestellt. So soll die US-Raumfahrtbehörde künftig mehr Zeit und Geld in die Erschließung erdferner Umlaufbahnen investieren. Die Nasa hat dabei Asteroiden und den Planeten Mars im Blick. Die außer Dienst gestellten Space Shuttles sind über die USA verteilt. "Discovery" ist in Virginia, "Atlantis" soll im Besucherzentrum des Kennedy Space Center ausgestellt werden.
ulz/dapd/AP
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