Letzte Reise:  "Endeavour" bricht ins Museum auf

Es wird der letzte Flug der US-Raumfähre "Endeavour". Am Mittwoch soll sie auf dem Rücken einer Boeing 747 nach Los Angeles geflogen und in ein Museum transportiert werden. Der Flug wurde bereits zwei Mal verschoben, dabei ist er der leichtere Teil der Reise.

Doppeldecker: Die "Endeavour" wird von Cape Canaveral nach Kalifornien geflogen Zur Großansicht
REUTERS

Doppeldecker: Die "Endeavour" wird von Cape Canaveral nach Kalifornien geflogen

Cape Canaveral - Die US-Raumfähre "Endeavour" kommt in ein Museum: Am Mittwoch soll das Shuttle auf dem Rücken einer Boeing 747 vom Kennedy Space Center in Florida nach Los Angeles geflogen werden, berichtet die NASA. Der Start war bereits für Montag geplant, musste aber wegen der schlechten Wetterlage verschoben werden. Die schwer beladene Boeing 747 wird in geringer Höhe - mancherorts in nur 500 Metern - über zahlreiche US-Städte hinwegfliegen, damit die Menschen Abschied nehmen können. Die Nasa hält es allerdings nicht für ausgeschlossen, dass einige Überflüge und auch Zwischenstopps bei der Abschiedsreise abgesagt werden müssen.

Nach der neuen Planung wird die Raumfähre am Freitag auf dem internationalen Flughafen von Los Angeles eintreffen. Dann folgt der knifflige Teil der Reise: Mit einem Spezialtransporter soll "Endeavour" ins California Science Centre gefahren werden, wo sie ausgestellt wird. Doch die Fähre passt mit einer Spannweite von 26 Metern und dem rund 20 Meter hohen Heck unter keiner Autobahnbrücke durch und ist mit 77 Tonnen zu schwer als dass Hindernisse mit einem Hubschrauber umflogen werden könnten. Das Shuttle wird deshalb mit einem Speziallaster über Schleichwege befördert. Rund 400 Bäume mussten dem Giganten weichen.

Die "Endeavour" war das jüngste Raumschiff der Space-Shuttle-Flotte der USA, im April 1991 rollte es aus dem Montagewerk im kalifornischen Palmdale. Seit dem Jungfernflug im Mai 1992 war das Shuttle insgesamt 299 Tage im All und legte bei seinen 25 Missionen mehr als 185 Millionen Kilometer zurück. Ende Mai beendete die Raumfähre ihre letzte Mission zur Internationalen Raumstation ISS.

Der ehemalige Astronaut Gerhard Thiele sieht dem letzten Flug der ausrangierten Raumfähre gelassen entgegen. "Traurig bin ich nicht. Heute schon gar nicht mehr. Eine gewisse Wehmut gab es nach dem letzten Shuttle-Flug", sagt der Schwabe. Im Museum besuchen wolle er die Raumfähre aber schon. Der 59-Jährige umkreiste im Februar 2000 als einziger Deutscher insgesamt elf Tage lang die Erde mit dem Space Shuttle. Der Einsatz diente damals einer umfassenden Neuvermessung der Welt.

Die NASA verteilt seit dem Ende des Shuttle-Programms im Juli vergangenen Jahres ihre verbliebenen vier Fähren - "Challenger" und "Columbia" verunglückten 1986 und 2003 - auf unterschiedliche Museen und Institutionen in den USA. "Atlantis" bleibt in Cape Canaveral, "Discovery" ist bereits in den US-Bundesstaat Virginia und "Enterprise" nach New York gebracht worden. Der geplante Flug der "Endeavour" ins Museum nach Los Angeles ist der letzte dieser Art.

jme/dpa/afp

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