Raumkapsel "Crew Dragon" SpaceX startet ins All - mit Puppe an Bord

Es ist ein erster Schritt der USA zurück zur bemannten Raumfahrt: Die Raumkapsel "Crew Dragon" von SpaceX ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation. Noch ist nur eine Puppe an Bord. Das soll sich bald ändern.

REUTERS

Eine SpaceX-Rakete mit einer unbemannten Raumkapsel ist erfolgreich zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Um 8.49 Uhr MEZ (2.49 Uhr Ortszeit) hob die "Falcon 9"-Rakete mit der "Crew Dragon"-Kapsel vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab. Etwa elf Minuten nach dem Start löste sich die Kapsel wie geplant von der Rakete.

An Bord der "Crew Dragon" waren aber noch keine Astronauten - nur ein Puppe namens Ripley und etwas Testausrüstung sowie Nachschub für die ISS-Crew, teilte die Nasa mit. Die Puppe, benannt nach einem Charakter aus den "Alien"-Filmen, ist vollgestopft mit Sensoren, die etwa die Kräfte erfassen sollen, die auf zukünftige Raumfahrer wirken würden. Die Kapsel soll morgen die ISS erreichen, voraussichtlich am 8. März wird sie zur Erde zurückkehren.

Mit dem erfolgreichen Start der Testmission vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral könnte den Amerikanern der erste Schritt zur Rückkehr in die bemannte Raumfahrt gelungen sein. Noch in diesem Jahr soll SpaceX, das private Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, mit "Crew Dragon" erstmals Menschen statt Puppen ins All bringen. Sollte der Test nun gelingen, könnten im Juli zwei Astronauten mit der Kapsel zur ISS fliegen. SpaceX hatte schon mehrfach seine Raumkapsel "Dragon" zur ISS geschickt, bisher jedoch nur mit Material.

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SpaceX: Revolutionäre der Raumfahrt

Das Space-Shuttle-Programm der USA war 2011 eingestellt worden. US-Astronauten konnten seither nur noch mit russischen Sojus-Raketen zur ISS gelangen. Doch der Vertrag mit Russland läuft im November aus. Dann soll SpaceX übernehmen.

Auch der Flugzeughersteller Boeing arbeitet an einem Programm für bemannte Raumfahrt. Der Luftfahrtkonzern hat den CST-100 Starliner entwickelt, eine Kapsel mit sieben Plätzen. Sie soll voraussichtlich im April getestet werden.

Puppe Ripley an Bord der Kapsel
AFP

Puppe Ripley an Bord der Kapsel

Für SpaceX ist der Testflug der Kapsel ein wichtiger Entwicklungsschritt. Das Unternehmen will ab 2023 Flüge zum Mond für Privatleute anbieten. Auch Reisen zum Mars sollen laut Musk irgendwann möglich sein.

SpaceX war Anfang des Jahres in die Schlagzeilen geraten. Damals war bekannt geworden, dass das Unternehmen jeden zehnten seiner mehr als 6000 Mitarbeiter entlassen werde. Die Firma sprach von einer "schlankeren" Organisation, für die man sich von einem Teil der Belegschaft trennen müsse.

joe/Reuters/dpa

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krautskopf 02.03.2019
1. Von 1 auf 0 und nun bald 4
Nach der Stilllegung des Shuttles waren die Amerikaner fast ein Jahrzehnt ohne bemannte Raumfahrt. Doch jetzt kommen sie gewaltig zurück. Neben der Crew Dragon kommt, wie im Bericht erwähnt, dieses Jahr das Boeing CST dazu. Daneben hat die NASA bereits die Orion Kapsel fertig un getestet. Orion wurde für Flüge über Erdnähe hinweg gebaut. Orion wartet nur noch darauf, bis die Trägerrakete fertig wird. Und dann gibt es noch Blue Origin. Man muss schon sagen, die Amerikaner kommen gewaltig zurück. Von 1 auf 0 auf 4 Raumkapseln. Obendrauf haben sie gleich mehrere Schwerlastraketen entweder fertig oder im Bau. Wer kann da noch mithalten? Gut, dass die Europäer wenigstens bei Orion dabei sind.
quark2@mailinator.com 02.03.2019
2.
Naja, gerade schön sieht die F9 mit der Kapsel ja nicht aus (natürlich mein rein persönliches Empfinden), aber 7 Mann pro Schuß sind mal eine Hausnummer. Hoffen wir mal, daß wir nie erfahren müssen, wie redundant und zuverlässig das alles ist. Man sollte allerdings denken, daß das 50 Jahre nach Gagarin nun so langsam alles ausgegoren sein sollte :-).
quark2@mailinator.com 02.03.2019
3.
Zitat von krautskopfNach der Stilllegung des Shuttles waren die Amerikaner fast ein Jahrzehnt ohne bemannte Raumfahrt. Doch jetzt kommen sie gewaltig zurück. Neben der Crew Dragon kommt, wie im Bericht erwähnt, dieses Jahr das Boeing CST dazu. Daneben hat die NASA bereits die Orion Kapsel fertig un getestet. Orion wurde für Flüge über Erdnähe hinweg gebaut. Orion wartet nur noch darauf, bis die Trägerrakete fertig wird. Und dann gibt es noch Blue Origin. Man muss schon sagen, die Amerikaner kommen gewaltig zurück. Von 1 auf 0 auf 4 Raumkapseln. Obendrauf haben sie gleich mehrere Schwerlastraketen entweder fertig oder im Bau. Wer kann da noch mithalten? Gut, dass die Europäer wenigstens bei Orion dabei sind.
Mithalten kann da im Moment niemand. EU hat scheinbar keine Lust, RU hat kein Geld und China braucht noch Zeit, da man nicht alles gleichzeitig machen kann. Japan und Korea sind vermutlich jeweils alleine zu klein, Indien ist nicht China und der Rest der Welt bräuchte eine große Kooperation, aber zu welchem Zweck ? Überhaupt stellt sich die Frage nach dem Zweck bei all den von Ihnen aufgezählten Transportsystemen. Da oben ist außer der ISS nichts weiter. Sollten die USA nicht vorhaben, nach der ISS eine wirklich große eigene Station als eine Art Hotel zu betreiben, dann weiß ich auch nicht. Das mit dem Mars ist im Moment einfach nicht realistisch. Bliebe der Mond ... Ernsthaft ?
vera gehlkiel 02.03.2019
4.
Konnte man nicht schon in den Sechzigern mit Riesengestank und Millionen Litern Sprit Lebewesen ins so gut wie leere All und zum lokalen Steinhaufen "Mond" dicht vor der Haustür schießen? Viel mehr, als dass man den alten Gevatter aus Kinderbüchern mit seinem kühl sanften Romantiklicht jetzt gelangweilter betrachtet als wohl noch in den Fünfzigern, ist gar nicht dabei rausgekommen. Elon Musk kommt einem, wahrscheinlich geht das ja aber nur den technisch chronisch vertrottelten Frauen so, im Lichte solcher Vorerfahrung immer vor wie der verrückte Professor aus "Zurück in die Zukunft". Aber im Ernst, wie soll so etwas chronisch aufwändiges wie Raumfahrt ohne straight globalisierte Synergie noch funktionieren? Egoshooter Musk wertet zwar alles auf, wo aussen sein Name draufpappt, aber ob das in der bis zum Überdruss schon gehabten Form (Stichwort Kalter Krieg) wirklich ein Segen für eine offene Zukunft sein kann? Was, wenn nicht die Raumfahrt, könnte/müsste dort zuerst und zuletzt ein vollwertiges "Eine-Welt" Projekt sein? Statt dessen geht es erstmal um: Tourismus! Und zwar für reiche Oligarchen und Multimillionenerb*innen. Irrationaler geht es echt nicht mehr...
ctreber 02.03.2019
5. Dass die Kapsel "Nostromo" genannt wurde...
...ist ein Gerücht, das ich hiermit in die Welt setzen möchte :-)
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