SpaceX-Frachtschiff Start zur ISS verschiebt sich wegen schimmligen Mäusefutters

Bio bremst Hightech: Die 16. SpaceX-Mission zur Raumstation ISS gerät nicht wegen technischer Pannen ins Stocken, sondern weil es ein biologisches Problem gibt - Schimmel.

SpaceX-Rakete in Cape Canaveral (Archivfoto)
AFP PHOTO / NASA

SpaceX-Rakete in Cape Canaveral (Archivfoto)


Wegen eines in der Raumfahrt eher ungewöhnlichen Defekts hat das US-Unternehmen SpaceX den für Dienstag geplanten Start eines unbemannten Frachtschiffs zur Internationalen Raumstation ISS kurzfristig abgesagt. "Der Start wurde auf Mittwoch verschoben, weil Schimmel gefunden wurde", erklärte die US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Schimmel in einem Raumschiff?

Der Pilzbelag hatte sich offenbar auf einer Ladung Futter für Mäuse gebildet, die für ein Experiment auf der ISS an Bord waren. Techniker, die den Mäuse-Versuchsaufbau in die "Dragon"-Frachtkapsel der Rakete laden sollten, hätten den Schimmel noch rechtzeitig entdeckt, hieß es bei der Nasa. Leider sei es dann jedoch nicht möglich gewesen, die speziellen Futter-Riegel schnell genug zu ersetzen, um den Starttermin noch einzuhalten.

Etwa 40 Mäuse sollen an Bord der Raumkapsel "Dragon" zur ISS gebracht werden. Dort soll die Wirkung der Mikrogravitation auf das Immunsystem und Alterungsprozesse der Tiere untersucht werden. Insgesamt hat das Frachtschiff 2500 Kilogramm Nahrung und weitere Ausrüstung geladen. Der nun für Mittwoch geplante Flug wird die 16. SpaceX-Mission im Auftrag der Nasa sein.

"Sojus"-Rakete kam mit noch größerer Verspätung

Erst am Montag hatte Verstärkung für Alexander Gerst und sein Team auf der ISS die Raumstation erreicht: Die US-Astronautin Anne McClain, der Kanadier David Saint-Jacques und der russische Kosmonaut Oleg Kononenko waren mit einer "Sojus"-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet. Von Gerst auf Twitter verbreitete Bilder zeigen, wie die "Sojus"-Rakete durchs All raste.

Nach der Notlandung einer "Sojus"-Rakete im Oktoberwar die Besatzung auf sich allein gestellt und dürfte allein mit der Aufrechterhaltung des Betriebs viel zu tun gehabt haben. Der deutsche Astronaut aus dem baden-württembergischen Künzelsau ist seit Juni auf der ISS - und hat dort seit Anfang Oktober als erster Deutscher das Kommando inne.

Vor der Ankunft der neuen Kollegen hatte der 42-Jährige versprochen: "Wir bringen die ISS noch mal in Form, bevor unsere Freunde mit der "Sojus MS-11" ankommen." Noch im Dezember sollen Gerst und seine beiden bisherigen Crewmitglieder zur Erde zurückkehren.

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oka/AFP



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