Raumgleiter "X-37B" SpaceX transportiert geheimen Luftwaffen-Shuttle ins All

Erstmals arbeitet SpaceX für das US-Militär: Die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk soll den geheimen Raumgleiter "X-37B" ins All bringen. Über die genaue Mission lässt sich nur spekulieren.

"X-37B" am Kennedy Space Center in Florida
USAF/ DVIDS

"X-37B" am Kennedy Space Center in Florida


Es dürfte ein spannender und ausgesprochen wichtiger Auftrag für Elon Musk und sein privates Raumfahrtunternehmen SpaceX sein: Erstmals soll eine wiederverwendbare Rakete seiner Firma für das US-Militär fliegen. Bei guten Bedingungen wird eine "Falcon 9" am Donnerstagnachmittag vom Kennedy Space Center, dem Weltraumbahnhof der Nasa auf Merritt Island in Florida, den Weltraumshuttle "X-37B" in den Orbit bringen.

Was die Mission des unbemannten Fliegers sein wird, darüber lässt sich einmal mehr nur spekulieren. Laut verschiedenen Medienberichten sollen für etwa ein Jahr lang die Elektronik sowie Wärmespeicher an Bord getestet werden. Zuletzt war eine zweijährige "X-37B"-Geheimmission im Mai zu Ende gegangen. Auch damals unterlagen Kosten, Ziel der Mission und Informationen zu möglichen Experimenten im Orbit der Geheimhaltung.

Das Miniraumschiff ähnelt einem Spaceshuttle, ist aber deutlich kleiner. Das Flugzeug ist nur knapp neun Meter lang, fünf Tonnen schwer und hat eine Spannweite von viereinhalb Metern. Die Lithiumbatterien an Bord werden mit Solarenergie aufgeladen.

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Raumgleiter "X-37B": Auf geheimer Mission

"X-37B" war ursprünglich ein Projekt der Nasa, 2004 hatte es das Pentagon übernommen. Experten rätseln schon länger über die Aufgaben des Shuttles. Es könnte als Aufklärungsgerät, zur Reparatur, zum Transport oder gar zum Kapern von Satelliten dienen. Auch eine Anwendung als unbemannter Kampfbomber, der vom Weltall aus zuschlagen könnte, wird für möglich gehalten.

Seit einiger Zeit steht der Raumgleiter unter Verantwortung des Rapid Capabilities Office der U.S. Air Force. Dessen Aufgabe: die Entwicklung und Einführung neuer Waffensysteme.

Für SpaceX stellt der Start gleich eine doppelte Premiere da: Zum einen hat eine "Falcon 9" noch nie einen Raumgleiter transportiert. Und auch für die U.S. Air Force war das Unternehmen noch nicht im Einsatz. Letzte Woche hatte SpaceX bei der "Falcon 9" einen Triebwerkstest durchgeführt. Die vier vorigen "X-37B"-Missionen wurden alle mit einer Atlas-5-Rakete durchgeführt.

Unklar ist aber, ob die Mission planmäßig beginnen kann. Nur bei guten Wetterbedingungen werden die Ingenieure einem Start zustimmen. Sollte es am Donnerstag nicht passen und der Startversuch auf Freitag verschoben werden, könnte auch Hurrikan "Irma" den Plänen einen Strich durch die Rechnung machen. Voraussichtlich zum Wochenende wird der Sturm Florida erreichen.

Video: Geheime Mission im All

REUTERS

joe

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robertreagan 07.09.2017
1. Killersatelliten
gegen Russland und China. Schließlich will man den sich anbahnenden kriegerischen Konflikt gewinnen. Klar wird auch, dass die Firmen von Elon Musk im staatlichen Auftrag gegründet wurden, so wie Google und Facebook auch. Da weiss man auch, woher der Hype um die Elektroautos und der Kampf gegen VW herkommt - medial begleitet versteht sich.
spon-facebook-10000015195 07.09.2017
2. Die Supermächte sind schon auf der Erde ein Kindergarten...
Das war klar, dass die rein zivile Nutzung des Weltraums irgendwann vorbei sein wird. Wenn jetzt noch Shuttles kommen, die ganz klar dem Militär gehören werden die wohl kaum Nachschublieferungen zur ISS bringen. Was kommt als nächstes? Mikrowellenkanonen auf Satelliten gepackt? Irgendwann gibt es dann den großen Knall und diese Killersatelliten und Shuttles sind das einzige was einen großen zerstörten Felsbrocken still umkreist.
Ökofred 07.09.2017
3. Killersatelliten.. waaaaahnsinn
Zitat von robertreagangegen Russland und China. Schließlich will man den sich anbahnenden kriegerischen Konflikt gewinnen. Klar wird auch, dass die Firmen von Elon Musk im staatlichen Auftrag gegründet wurden, so wie Google und Facebook auch. Da weiss man auch, woher der Hype um die Elektroautos und der Kampf gegen VW herkommt - medial begleitet versteht sich.
Klar, alles im staatlichen Auftrag gegündet, wie können die Amis dann nur ein Staatsbudget und Steuer(oasen)problem haben?? Was sollen die schlimmen Satelliten so killen? Die Anwendung einer derartigen Technologie ist leider reichlich schwachsinnig (ausser bei Starwars) Einfach mal nasa.gov aufsuchen und X-37B in das Suchfeld eingeben. Dann kann man schon mal lernen, dass es dieses hochgeheime Shuttle schon eine ganze Weile gibt. und was es so kann.Bitte vorher den Aluhelm abnehmen (sollte er die Sicht verdecken)
mwroer 07.09.2017
4.
Zitat von robertreagangegen Russland und China. Schließlich will man den sich anbahnenden kriegerischen Konflikt gewinnen. Klar wird auch, dass die Firmen von Elon Musk im staatlichen Auftrag gegründet wurden, so wie Google und Facebook auch. Da weiss man auch, woher der Hype um die Elektroautos und der Kampf gegen VW herkommt - medial begleitet versteht sich.
Da Musk glaubt das wir in einer Simulation leben und die Welt ohnehin nicht real ist, können Sie sich entspannen. Irgendwann vergisst jemand zu speichern oder spielt ein Update auf und alles ist wieder gut.
almeo 07.09.2017
5.
Zitat von robertreagangegen Russland und China. Schließlich will man den sich anbahnenden kriegerischen Konflikt gewinnen. Klar wird auch, dass die Firmen von Elon Musk im staatlichen Auftrag gegründet wurden, so wie Google und Facebook auch. Da weiss man auch, woher der Hype um die Elektroautos und der Kampf gegen VW herkommt - medial begleitet versteht sich.
Das klingt jetzt aber nach ganz, ganz wilder Verschwörungstheorie. Die naheliegendere Lösung ist, dass SpaceX einfach am günstigsten ist, um das Shuttle ins All zu bringen. Und Killersatelliten? Also, beim besten Willen, wir sind hier ja nicht in einer wilden James Bond Actionklamotte a la "Diamonds are forever". Die X-37 ist einfach nur eine Entwicklung des Militärs und unterliegt damit der Geheimhaltung, in Area-51 hat man ja auch nur die U-2 gebaut und keine Aliens seziert...
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