Spektakuläre Fotos So haben Sie den Mars noch nie gesehen

Roter Planet? Von wegen. Neue Fotos des Mars Reconnaissance Orbiters zeigen den Mars nun von seiner unbekannten Seite: Spinnweben aus Eis, Staubstürme und bizarre Dünenlandschaften, gestochen scharf und bunt leuchtend. Aber sehen Sie selbst.

NASA / JPL / University of Arizona

Von Jens Radü


Das Foto war eine Sensation. Die Felsformation ähnele "einem menschlichen Kopf", kommentierte die Nasa eine Aufnahme der Raumsonde "Viking 1" vom 25. Juli 1976. Was folgte, war eine beispiellose Hysterie der Ufo-Gläubigen: Rund um den Globus sinnierten selbsternannte Experten über eine marsianische Zivilisation und deren Baumeister. Das "Marsgesicht" mit den charakteristischen dunklen Augenhöhlen wurde zur Ikone der Alien-Fans.

Erst 30 Jahre später entzauberten deutsche Wissenschaftler um Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin den Mythos: Hochauflösende dreidimensionale Bilder der Gesteinsformation zeigten, dass das Marsgesicht nicht mehr ist, als ein erodierter Tafelberg, der nur bei bestimmter Sonneneinstrahlung und Betrachtungswinkel entfernt an ein Gesicht erinnert.

Die marsianische Meerjungfrau

Doch Fantasie lässt sich schwer zügeln. Und so löste im Januar 2008 ein Foto des Mars-Rovers "Spirit" eine erneute Welle der Marsmensch-Begeisterung aus: Auf der Aufnahme ist im Hintergrund eine Felsformation zu erkennen, die ein wenig an die "Kleine Meerjungfrau" in Kopenhagen erinnert. Diesmal war die Nasa vorsichtiger und erwähnte die wenige Zentimeter große Struktur am Bildrand nicht einmal. In zahllosen Blogs wurde die Entdeckung der marsianischen Meerjungfrau trotzdem - mehr oder weniger ernsthaft - gefeiert.

Riesenhände und Inselidylle

Und so bleibt abzuwarten, was die Mars-Fans auf den neuesten Fotos vom Roten Planeten entdecken werden - spektakulär genug sind sie allemal. Einige der Bilder, die der Mars Reconnaissance Orbiter nun zur Erde gesendet hat, erinnern an die Faust eines schlafenden Riesen, andere wiederum scheinen eine karibische Inselidylle zu zeigen. (Sehen Sie die beeindruckendsten Fotos in der obenstehenden Slideshow).

Es sind tausende neue Fotos, die die Nasa-Wissenschaftler nun nach und nach veröffentlichen. Mit der hochauflösenden HiRISE-Kamera des Orbiters fotografierten die Forscher jeweils ein Gebiet von sechs mal zwölf Kilometern Größe. So sind darauf sogar Details von einem Meter Größe zu erkennen. Gerade groß genug für potentielle Marsianer. Man darf gespannt sein.



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