Japan startet Satellitenduo Mit dem Seil gegen Weltraumschrott

Globale Umweltbeobachtung und Kampf gegen Weltraumschrott: Japan hat ein ungleiches Satellitenduo auf den Weg gebracht. Einer ist vier Tonnen schwer und Spezialist für Regen und Schnee, der andere deutlich kleiner - aber mit einem 300 Meter langen Seil ausgestattet.

AP/ NASA/ Bill Ingalls

Es ist nicht unüblich, dass mit einem Raketenstart gleich mehrere Satelliten ins All gebracht werden. So hat es auch die japanische Weltraumbehörde Jaxa gehalten, als sie am Freitag eine Trägerrakete vom Typ H-2A vom Weltraumbahnhof Tanegashima im Süden Japans in den Himmel steigen ließ.

Wichtigste Fracht an Bord war der vier Tonnen schwere Satellit "GMP" ("Global Precipitation Measurement"), den die Jaxa gemeinsam mit der US-Weltraumbehörde Nasa entwickelt hat. Er dient der Beobachtung der globalen Regen- und Schneefälle. Aus 400 Kilometern Höhe sollen ein Mikrowellen- und ein Radarmessgerät die Wolkenformationen rund um den Globus beobachten. Dabei geht es unter anderem darum, katastrophale Dürren vorherzusagen. Alle drei Stunden soll ein neues globales Lagebild vorliegen, versprechen die Raumfahrtagenturen.

Nach Angaben der Nasa wurde "GMP" rund 16 Minuten nach dem Start in der geplanten Höhe ausgesetzt, weitere 10 Minuten später hätten sich die Sonnensegel zur Energieversorgung entfaltet. Bisher hatten Amerikaner und Japaner die Niederschläge mit der Mission "Trimm" ("Tropical Rainfall Measurement Mission") überwacht. Allerdings bezogen sich die Informationen dieses Satelliten - wie der Name der Mission bereits andeutet - nur auf die Tropen. Mit "GMP" sollen auch höhere Breiten bis zu den jeweiligen Wendekreisen betrachtet werden.

300 Meter lange Leine

Neben dem massigen Regensucher hatte die japanische Rakete aber noch einen weiteren, deutlich kleineren Satelliten an Bord. Er heißt "Stars 2" und soll eine mögliche Technologie im Kampf gegen Weltraumschrott erproben. Der Satellit ist ein Gemeinschaftsprojekt von Jaxa und der Kanagawa University.

Der sehr kleine Satellit setzt einen noch kleineren Tochterflugkörper an einer 300 Meter langen Leine aus. Diese wurde von einer Firma entwickelt, die normalerweise Fischnetze herstellt, und besteht aus elektrisch leitfähigem Material. In dem Verbindungskabel müsste sich wegen der Bewegung durch das Magnetfeld der Erde ein Stromfluss nachweisen lassen - so hoffen es jedenfalls die Wissenschaftler.

Dieser Effekt könnte eines Tages dabei helfen, Weltraumschrott gezielt zu verlangsamen und zum Verglühen in der Erdatmosphäre zu bringen. (Wie das funktioniert, lesen Sie hier) Doch "Stars 2" dient nur dem Test der Idee, der Satellit kommt nicht in die Nähe von echtem Weltraumschrott.

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Weltraumschrott: Saubermachen im Orbit

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insgesamt 2 Beiträge
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rolandjulius 28.02.2014
1. Weltraumschrott oder Satellit?
Eine sehr gute Idee der Japaner. Denn mit dieser Technologie kann mann ja auch unliebsame Satelliten aus dem weg schaffen, und damit der Fernsteuerung der Drohnen und ähnlichen Kriegsmaschinen den Garaus machen.So viel ich weiß ist die NSA ebenfalls von diesen bis jetzt unerreichbaren Flugkörpern ab- hängig. Hier bietet sich ein eleganter Weg an, diese Objekte beim Überflug eines beliebigen Hoheitsgebietes zu fischen, und das ganze Spy System der NSA zu neutralisieren.
venice66 28.02.2014
2. in aller Ehre
Zitat von sysopAP/ NASA/ Bill IngallsGlobale Umweltbeobachtung und Kampf gegen Weltraumschrott: Japan hat ein ungleiches Satellitenduo auf den Weg gebracht. Einer ist vier Tonnen schwer und Spezialist für Regen und Schnee, der andere deutlich kleiner - aber mit einem 300 Meter langen Seil ausgestattet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/stars2-und-gmp-japaner-starten-satellitenduo-a-956193.html
Wäre es nicht besser Japan gibt diese Gelder für Fukushima aus? Da sappern seit Jahren hochverseuchte unmengen von Wasser ins Meer und im All wollen sie Müll entsorgen. Das ist schon ziemlich paranoid. Japan sollte man wegen seinen Umweltschäden international auf die rote Liste stellen und mit Wirtschaftssanktionen drohen, falls sie das nicht endlich mal in den Griff bekommen.
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