"Dragon": Start von Privat-Raumkapsel zur ISS verschoben

Extra-Tests nötig: Wenn die Raumkapsel "Dragon" zur Internationalen Raumstation abhebt, soll alles glattgehen. Deswegen hat die Betreiberfirma SpaceX den Start nun um eine Woche verschoben. Das Projekt hängt ohnehin weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück.

"Dragon" an der ISS (Grafik): Weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan Zur Großansicht
DPA / Nasa

"Dragon" an der ISS (Grafik): Weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan

Washington - Die "Dragon"-Kapsel soll nun am 7. Mai starten. Auf dieses Datum hätten sich SpaceX und die US-Raumfahrtbehörde Nasa geeinigt, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Auch die Nasa bestätigte den Termin. SpaceX hatte den für den 30. April geplanten Start verschoben, um mehr Tests mit den Computercodes für das Andockmanöver vornehmen zu können.

Nach dem 7. Mai ist der SpaceX-Flug zur ISS nicht mehr ohne weiteres möglich, da er sonst mit der Ankunft einer russischen Kapsel zusammenfallen könnte. Diese bringt drei neue Mannschaftsmitglieder zum Außenposten der Menschheit im All.

"Dragon" liegt bereits jetzt weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan: Ursprünglich war der erste Testflug bereits für vergangenen November vorgesehen, musste dann aber wegen technischer Probleme mehrfach verschoben werden.

Der Start mit einer "Falcon 9"-Trägerrakete ist vom Nasa-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida vorgesehen. Die Raumkapsel "Dragon" soll sich der ISS dann auf eine Distanz von 2,5 Kilometern nähern. Das Andockmanöver ist so geplant, dass die wiederverwendbare Raumkapsel ganz langsam auf die Station zufliegt. Dort angekommen, soll sie von den Astronauten an Bord der ISS mit einem Roboterarm eingefangen werden.

Beim Premierenflug soll "Dragon" 521 Kilogramm Fracht zur ISS liefern. Drei Wochen später geht es dann zurück zur Erde. Auf dem Rückflug sind über 600 Kilogramm Müll an Bord, landen soll die Kapsel vor der Küste Kaliforniens im Pazifik.

Im Dezember 2010 hatte SpaceX als erstes Privatunternehmen eine Raumkapsel ins All und zurück zur Erde befördert. Ein Docking mit der ISS hatte es damals noch nicht gegeben. Der Einsatz kommerzieller Transporter war von der US-Regierung im Zeichen des Sparens beschlossen worden: Dahinter steht die Annahme, dass von Privatfirmen entwickelte Vehikel billiger sind. Die Nasa schloss mit SpaceX einen 1,6-Milliarden-Dollar-Vertrag über zwölf Flüge ab, die rund 20 Tonnen Material zur ISS bringen sollen.

chs/AFP/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
kom.philbier 25.04.2012
Nach der klassischen Mikroökonomik werden Güter dann billiger, wenn es Wettbewerb gibt, nicht dann wenn sie privatwirtschaftlich erzeugt werden. Ein Privatmonopolist ist schlimmer als ein Staatsmonopolist, denn der muss ja noch Gewinn machen. ' haben schon diverse Kommunen gelernt, die ihre Strom- oder Wasserversorgung an Privatinvestoren verkauft haben und wird auch die NASA noch lernen.
2.
Anhaltiner 26.04.2012
Zitat von kom.philbierNach der klassischen Mikroökonomik werden Güter dann billiger, wenn es Wettbewerb gibt, nicht dann wenn sie privatwirtschaftlich erzeugt werden. Ein Privatmonopolist ist schlimmer als ein Staatsmonopolist, denn der muss ja noch Gewinn machen. ' haben schon diverse Kommunen gelernt, die ihre Strom- oder Wasserversorgung an Privatinvestoren verkauft haben und wird auch die NASA noch lernen.
Weder der Raketen- noch der Kapselmarkt ist ein Monopol. Natürlich gibt es auch andere Anbieter die Tonnenweise Material für 2stellige Mio-Beträge in den LEO befördern können.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Weltall
RSS
alles zum Thema SpaceX (Space Exploration Technologies Corporation)
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 2 Kommentare
  • Zur Startseite