Satellit zur Messung der Winddynamik "Aeolus"-Start verschoben

Der neue Satellit "Aeolus" soll Windgeschwindigkeiten rund um die Erde messen und die Wettervorhersage deutlich verbessern. Nun musste der geplante Start allerdings verschoben werden - wegen der Wetterbedingungen.

Satellit "Aeolus"
MANUEL PEDOUSSAUT HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Satellit "Aeolus"


Der Start einer Vega-Rakete mit dem Wissenschaftssatelliten "Aeolus" ist wegen der Wetterbedingungen auf dem südamerikanischen Weltraumbahnhof Kourou um einen Tag verschoben worden. Die Rakete solle nun am Mittwoch (22. August) um 23.20 Uhr MESZ in Französisch-Guayana abheben, teilte das Raumfahrtunternehmen Arianespace am späten Montagabend in Kourou mit. Das sei 24 Stunden später als bisher geplant.

Der Esa-Wissenschaftssatellit "Aeolus" soll den Planungen zufolge erstmals Windprofile von der ganzen Erde erstellen und so völlig neue Erkenntnisse für die Wettervorhersagen bringen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie Winde in den tropischen Bereichen des Pazifiks das Wetter in Europa beeinflussen können.

"Wir erwarten, dass die Messungen von 'Aeolus' die Modelle der Winddynamik der Erdatmosphäre deutlich voranbringen", sagte Anne Grete Straume, Missionswissenschaftlerin von "Aeolus" bei der Esa.

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Satellit "Aeolus": Windprofile aus dem Weltall

Zwar gibt es zahlreiche Wetterballone, Bojen, Schiffe, Flugzeuge und Satellitenmessungen, die Daten über Winde liefern. Doch auf der Südhalbkugel, über den Ozeanen, den Tropen und oberhalb von zehn Kilometern Höhe ist dieses Netz dünn. "Aeolus" soll erstmals die Windgeschwindigkeit rund um den Globus aus 30 Kilometern Höhe bis zum Boden oder über dicken Wolken messen.

"Derzeit gibt es fast eine Millionen Windmessungen innerhalb von 24 Stunden. Mit 'Aeolus' kommen etwa acht Prozent dazu", sagte Straume vom Esa-Technologiezentrum im niederländischen Noordwijk. "Wenn man mehr Satelliten dieser Art hätte, die in verschiedene Richtungen gucken, wäre das der Durchbruch in der Wettervorhersage."

Voraussichtlich innerhalb des ersten Jahres nach dem Start von "Aeolus" werden laut Straume europäische Wetterdienste wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach die Daten in ihren Vorhersagemodellen berücksichtigen können. Die Fachwelt erwarte, dass vor allem die Fünf-bis-sieben-Tage-Vorhersage damit "signifikant besser" werde.

Der "Gott der Winde" wird die Erde in einer Höhe von nur 320 Kilometern umkreisen. Weil Luftwiderstand und Reibung die Sonde in dieser Höhe bremsen und in den Sinkflug schicken, sind permanente Manöver und Korrekturen der Flugbahn notwendig.

kry/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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alex2k 21.08.2018
1. Interessant finde ich,
dass staatliche Weltraumagenturen wegen Wetter immer wieder Starts verschieben, so war es schon immer so. Aber eigenartiger Weise eine private Firma wie SpaceX hat meines Wissens nach noch nie einen Start wegen Wetter verschoben. Und die starten im Schnitt 2 mal im Monat.
varesino 21.08.2018
2. Wetterbeeinflussung durch Willenskraft
Zitat von alex2kdass staatliche Weltraumagenturen wegen Wetter immer wieder Starts verschieben, so war es schon immer so. Aber eigenartiger Weise eine private Firma wie SpaceX hat meines Wissens nach noch nie einen Start wegen Wetter verschoben. Und die starten im Schnitt 2 mal im Monat.
durch den grossen Elon Musk, unter dem Einfluss von Ambien.
marq 21.08.2018
3. Stimmt nicht...
...auch SpaceX verschiebt Launches wegen des Wetters. Zum Beispiel: https://www.wsj.com/articles/spacex-delays-rocket-launch-owing-to-weather-1483898227
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