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Stephen Hawking: Es gibt Aliens, aber sie sind dumm!

Ja, es gibt Außerirdische - nur sind sie wahrscheinlich nicht besonders schlau. Das jedenfalls glaubt der britische Astrophysiker Stephen Hawking. Selbst was das intelligente Leben auf der Erde angeht, sei er sich nicht immer sicher, stichelte der Popstar der Kosmologie.

Washington - Ganz gleich wo Stephen Hawking auftritt, er füllt spielend auch die größten Säle. So auch am Montagabend das Morton-Auditorium der George Washington University in Washington. Die Nasa hatte Hawking eingeladen, einen Festvortrag zum 50. Jahrestag der Gründung der US-Weltraumbehörde zu halten.

Hawking beim Nasa-Vortrag: "Wir sind in einer ähnlichen Situation wie Europa vor 1492"
DPA

Hawking beim Nasa-Vortrag: "Wir sind in einer ähnlichen Situation wie Europa vor 1492"

Der Brite leidet seit Jahrzehnten an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer Nervenkrankheit, bei der die Muskeln nach und nach absterben. Er sitzt im Rollstuhl und kann sich nur mit Hilfe eines Sprachcomputers verständigen - trotzdem ist er um einen lockeren Spruch nur selten verlegen. Vor einem Jahr konnte Hawking an Bord einer umgebauten Boeing 727-200 für wenige Minuten seinen Rollstuhl verlassen, um das Gefühl von Schwerelosigkeit zu erleben.

Bei seinem Vortrag in Washington ging es um Visionen für die Zukunft der Raumfahrt. Und ganz im Sinne des Gastgebers Nasa rief Hawking die Menschheit zum Aufbruch ins All auf. "Wir sind in einer ähnlichen Situation wie Europa vor 1492. Auch damals hätten die Leute sagen können, es sei reine Geldverschwendung, Kolumbus auf die Suche nach etwas zu schicken, das es gar nicht gibt", sagte der 66-Jährige. "Und doch hat die Entdeckung der Neuen Welt die Alte zutiefst verändert - stellen Sie sich mal vor, wir hätten heute keinen Big Mac."

Ginge es nach Hawking, würde die Menschheit in rund 30 Jahren eine Basis auf dem Mond errichten - und in 200 bis 500 Jahren auf die Suche nach einem bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gehen. Die Reise ins All werde die "jetzigen Probleme auf der Erde nicht lösen, aber neue Perspektiven geben", sagte Hawking.

Auch über mögliche kosmische Nachbarn hat sich der Brite seine Gedanken gemacht. Seiner Ansicht nach sind wir wohl nicht allein im All. "Primitives Leben ist sehr weit verbreitet, intelligentes Leben eher selten." Manche, so der Forscher, meinten gar, dass auch auf der Erde erst noch welches gefunden werden müsse. In jedem Fall sei es angeraten, beim Kontakt mit Aliens Vorsicht walten zu lassen: "Man könnte sich mit einer Krankheit infizieren, gegen die man keine Abwehrkräfte hat."

chs/AFP/AP

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