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Sternenatlas: Karte zeigt 219 Millionen Sonnen der Milchstraße

Neue Karte der Milchstraße (Ausschnitt): Je heller, desto mehr Sterne Zur Großansicht
DPA/ University of Hertfordshire/ Foto: Hywel Farnhill

Neue Karte der Milchstraße (Ausschnitt): Je heller, desto mehr Sterne

Es ist der umfangreichste Katalog unserer Galaxie: Eine neuer Atlas zeigt alle bekannten Sterne der Milchstraße - es sind 219 Millionen. Erdbewohner sehen am Himmel nur wenige.

Ein internationales Astronomenteam hat 219 Millionen Sterne der Milchstraße kartiert und damit den bislang umfangreichsten Katalog unserer Heimatgalaxie vorgelegt. Aus den Daten erstellten die Forscher eine außergewöhnlich detailreiche Karte der Milchstraße, die neue Einblicke in die Struktur dieser gigantischen Sternenscheibe gibt.

Das Team um Geert Barentsen von der University of Hertfordshire in Hatfield bei London stellt das Ergebnis seiner zehn Jahre langen Kartierung im Fachblatt "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" (MNRAS) vor.

Die Milchstraße, die sich in einer dunklen Nacht als schimmerndes Band über den irdischen Himmel zieht, ist eine gigantische scheibenförmige Ansammlung von Sternen. Da auch unser Sonnensystem Teil der Milchstraße ist, können wir nur von der Seite in die Scheibe hineinblicken.

Milchstraße in gröberer Auflösung mit weniger Sternen Zur Großansicht
DPA/ ESO / G. Beccari

Milchstraße in gröberer Auflösung mit weniger Sternen

Aus dieser Perspektive ist es schwierig, die genaue Struktur unserer Heimatgalaxie zu erkennen, die einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren hat. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

Astronomen schätzen, dass es mindestens 100 Milliarden Sterne in der Milchstraße gibt. Davon ist von der Erde aus nur ein Bruchteil zu sehen. Mit dem Isaac-Newton-Teleskop auf den Kanaren kartierten die Forscher sämtliche Sterne der Milchstraße, die heller sind als die sogenannte 20. Größe - das sind Sterne, die noch eine Million Mal schwächer leuchten als jene, die gerade noch mit dem bloßen Auge zu sehen sind.

Die neue Karte zeigt, wie die Dichte der Sterne in der Milchstraße schwankt und liefert damit Informationen über die Struktur. Sie könne auch für Tests mathematischer Modelle der Milchstraße dienen, erläuterte die Royal Astronomical Society in einer Mitteilung.

Die Milchstraße galt bislang als Mitglied der Virgohaufen. Weit gefehlt, wie Forscher kürzlich berichteten: Sie gehört zu einer noch viel größeren Struktur, dem Superhaufen Laniakea - Umfang: 500 Millionen Lichtjahre. Unsere kosmische Heimat, die Milchstraße, ist demnach Teil einer gigantischen Ansammlung von rund 100.000 Galaxien.

boj/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Oh heilige Verwirrung ...
westerwäller 16.09.2014
Ist es jetzt wirklich eine "Sternkarte" , ein Atlas mit einer bildlichen Darstellung der Himmelskugel (wenig wahrscheinlich) oder (eher) ein Katalog, also eine Datenbank mit Position, scheinbarer Helligkeit etc.? Der Text gibt beides her ...
2. Hmmm ...
brille000 16.09.2014
und wo wird ein Stern in diesem Atlas abgebildet sein, der sagen wir mal knapp 100.000 Lichtjahre von unserer Galaxie entfernt ist? Da wo wir ihn jetzt sehen, also vor knapp 100.000 Jahren oder da, wo er sich vermutlich jetzt befindet und wo wir ihn in knapp 100.000 Jahren sehen könnten? WOW!
3. Milchstraßenmädchenrechnung
cassandros 16.09.2014
Zitat von brille000und wo wird ein Stern in diesem Atlas abgebildet sein, der sagen wir mal knapp 100.000 Lichtjahre von unserer Galaxie entfernt ist? Da wo wir ihn jetzt sehen, also vor knapp 100.000 Jahren oder da, wo er sich vermutlich jetzt befindet und wo wir ihn in knapp 100.000 Jahren sehen könnten? WOW!
Na, auf Seite 100000 natürlich! Schmerz beiseite: Ein Stern, der, sagen wir mal, knapp 100000 LJ VON UNSERER GALAXIS ENTFERNT ist, findet sich in dem Atlas natürlich gar nicht, weil in dem ja nur Sterne verzeichnet sind, die ZUR Milchstraße gehören.
4. OK, jetzt wird's klarer ...
westerwäller 16.09.2014
Zitat von westerwällerIst es jetzt wirklich eine "Sternkarte" , ein Atlas mit einer bildlichen Darstellung der Himmelskugel (wenig wahrscheinlich) oder (eher) ein Katalog, also eine Datenbank mit Position, scheinbarer Helligkeit etc.? Der Text gibt beides her ...
(wenn man den Originaltext findet...) Also die haben die Positionen und scheinbaren Helligkeiten so genau wie heute möglich gemessen. Das Foto ist eigentlich kein solches, sondern eine Computerillustration (OT: "... derived from...") dieser Datenbank. Nicht viel anders als die vom PC her bekannten Observatoriumsprogramme, halt genauer ... Für den Profi-Astronom ist nur die Datenbank von Interesse ...
5. Nicht verstanden
av2 16.09.2014
Spiegel Online schreibt heute "Die Milchstraße galt bislang als Mitglied der Virgohaufen. Weit gefehlt, wie Forscher kürzlich berichteten: Sie gehört zu einer noch viel größeren Struktur, dem Superhaufen Laniakea" Nix weit gefehlt. Der Virgo-Superhaufen ist Teil von Laniakea.
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