Sterne im September Königin Kassiopeia leuchtet am Himmel

Anfang September sind die Planeten Venus, Mars, Jupiter und Saturn noch deutlich am Himmel zu sehen, dann verschwinden sie immer früher vom Firmament. Dafür steigt im Nordosten das Himmels-W empor.

Sternenhimmel
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Wer im September die vier Planeten Venus, Mars, Jupiter und Saturn beobachten will, sollte nicht zu lange zögern. Denn sie werden nur noch Anfang des Monats lange am Nachthimmel leuchten und dann immer früher untergehen.

Die Venus ist am 21. September besonders deutlich zu sehen. Mit Einbruch der Dämmerung leuchtet der Abendstern im Südwesten auf. Im Fernrohr zeigt unser innerer Nachbarplanet eine Sichel, die rasch größer und schmaler wird. Schon Galileo Galilei hat mit seinem selbst gefertigten Teleskop die Venus beobachtet. Ende September wird die Venus nicht mehr zu sehen sein.

Ein wenig östlich der Venus, ebenfalls am Südwesthimmel, sieht man Jupiter. Allerdings zieht sich auch der größte Planet unseres Sonnensystems mit seinen 79 Monden allmählich von der abendlichen Himmelsbühne zurück. Ende September geht Jupiter schon kurz nach Ende der Dämmerung unter.

Mars entfernt sich von der Erde

Nach Untergang von Venus und Jupiter bleibt Mars das dominierende Objekt am Nachthimmel, obwohl seine Helligkeit deutlich abnimmt. Die Erde entfernt sich vom Roten Planeten, den sie Ende Juli auf der Innenbahn überholt hat. Dabei kam sie dem äußeren Nachbarn bis auf 58 Millionen Kilometer nahe - die geringste Entfernung seit August 2003. Bis Ende September wächst die Distanz auf 89 Millionen Kilometer.

Saturn im Sternbild Schütze ist am Abendhimmel über dem Südhorizont zu sehen. Er ist der Planet der ersten Nachthälfte und geht immer früher unter. Anfang September verschwindet der Ringplanet eine Stunde nach Mitternacht vom Nachthimmel, zum Monatsende sinkt er bereits eine Stunde vor Mitternacht unter den Südwesthorizont. Merkur kann noch in der ersten Septemberwoche in der Morgendämmerung tief am Osthimmel erspäht werden.

Neptun ist wegen seiner großen Sonnenentfernung so lichtschwach, dass man ihn nur mit einem guten Fernglas oder Teleskop sehen kann. Der Planet im Sternbild Wassermann steht der Sonne am 7. genau gegenüber - von der Erde aus betrachtet. Er geht somit abends im Osten auf und morgens im Westen unter. Neptun ist der sonnenfernste Planet. Er ist dreißig Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Für einen Sonnenumlauf benötigt er 165 Jahre.

Warum Neptun am Schreibtisch entdeckt wurde

Entdeckt wurde der Planet des Meeresgottes zunächst am Schreibtisch. Aufgrund von Störungen der Uranusbahn berechneten der Engländer John C. Adams und der Franzose Urbain J. Leverrier den Ort eines hypothetischen Planeten, dessen Masse auf Uranus wirkt. Leverrier sandte sein Ergebnis an die Berliner Sternwarte.

Die Depesche traf am 23. September 1846 in Berlin ein. Noch am gleichen Abend entdeckten Johann G. Galle und sein Assistent Heinrich D'Arrest den Planeten nahe dem vorausberechneten Ort im Sternbild Wassermann. Inzwischen hat Neptun einmal den Tierkreis durchlaufen und befindet sich wieder im Sternbild Wassermann.

Neptuns Durchmesser ist viermal größer als der der Erde. In nur 16 Stunden dreht sich der Planet um seine Achse. Eine dichte Atmosphäre aus Wasserstoff, Helium, Methan und Ammoniak hüllt ihn ein.

Noch beherrschen die Sommersternbilder den abendlichen Himmel. Gegenüber dem Vormonat hat sich der Anblick des Fixsternhimmels nicht allzu sehr verändert. Die Sternbilderkulisse ist lediglich um zwei Stunden nach Westen gerückt, wenn man den Himmel jeweils zur gleichen Uhrzeit betrachtet.

Der babylonische Drache

Der Große Wagen ist nach Nordwesten herabgesunken, im Nordosten steigt das Himmels-W, die Königin Kassiopeia, empor. Kassiopeia ist ein zirkumpolares Sternbild. Das heißt, ihre Sterne gehen nie unter und sind bei klarer Sicht immer irgendwo am Himmel zu sehen. Das Sternenbild ist leicht zu finden, die fünf hellsten Sterne bilden ein W. Während Kassiopeia im Frühjahr nah über dem Horizont steht, steigt sie im Herbst höher am Himmel auf.

Zwischen dem Großen Wagen und dem polnahen Kleinen Wagen ist das Sternbild Drache zu sehen. Es besteht nur aus lichtschwachen Sternen, ist aber sehr ausgedehnt. Der Drache ist in unseren Breiten in jeder klaren Nacht zu sehen. Der Sage nach handelt es sich um den babylonischen Drachen, der den Polarstern bewacht. Er umrundet unablässig mit wachen Augen den Polarstern und begibt sich nie zur Ruhe.

Die Sonne wechselt am 17. in den frühen Morgenstunden vom Sternbild Löwe in das der Jungfrau. Am 23. überschreitet sie exakt um 3:45 Uhr den Himmelsäquator in südlicher Richtung. Mit der Herbst-Tagundnachtgleiche beginnt das Winterhalbjahr.

koe/dpa



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