Eigentlich ist es ja mittlerweile schon etwas zu kalt, um sich die halbe Nacht auf der Terrasse um die Ohren zu schlagen, auf der Suche nach Sternschnuppen. Wenn im Juli und August die Perseiden verlockend und romantisch funkeln, dann ist es einfach gemütlicher als dieser Tage. Doch echte Astronomiefans dürfen sich nicht allzu sehr vom Wetter schrecken lassen. Denn derzeit leuchten wieder die Leoniden am Nachthimmel - jedenfalls wenn in den Regelwolken einmal ein Loch klafft: Richtung Osten, im Sternbild Löwe, müsste das Spektakel seinen Ursprung nehmen.
Aufstehen muss man frühmorgens, denn dann sollten die Sternschnuppen am besten zu sehen sein. In diesem Jahr dürfte es dabei so aussehen, als nähmen sie ihren Ursprung im Planeten Mars - auch wenn das natürlich nicht stimmt. Es sind Teile des Kometen Tempel-Tuttle, die mit großer Geschwindigkeit in der Erdatmosphäre verglühen. Der Himmelskörper erreicht auf seiner Bahn alle 33 Jahre den inneren Bereich des Sonnensystems. Er zieht eine Staubspur hinter sich her. Das liegt daran, dass der Komet in Sonnennähe Gas, Staub und Gesteinspartikel verliert.
Am besten sind die so zustande kommenden Sternschnuppen an Orten zu sehen, an denen möglichst wenig Umgebungslicht den Nachthimmel aufhellt. Natürlich ist auch die Position des Beobachters auf der Erde wichtig - und da sieht es dieses Jahr nicht ideal für Deutschland aus: Forscher Bill Cooke vom Meteoroid Environmental Office der US-Weltraumbehörde Nasa erwartet, dass diesmal vor allem am Himmel über Asien außergewöhnlich viele Sternschnuppen zu sehen sein müssten - und zwar 200 bis 300 pro Stunde.
Das liegt daran, dass die Erde auf ihrer Bahn zu dieser Zeit gleich zwei Staubspuren des Kometen kreuzt, aus dem Jahr 1466 und aus dem Jahr 1533. Andere Experten, wie etwa Jérémie Vaubaillon vom Institut de Mecanique et de Calcul des Ephemerides in Paris, gehen von etwas niedrigeren Zahlen aus. Um die Jahrtausendwende waren die Leonidenschauer ohnehin noch eindrücklicher ausgefallen als dieses Jahr. Damals, Tempel-Tuttel war näher an der Sonne als heute, seien zum Teil bis zu tausend Sternschnuppen in der Stunde zu sehen gewesen, schreibt die Nasa.
chs
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