Perseiden Neumond ermöglicht gute Sicht auf Sternschnuppen

2015 ist ein gutes Sternschnuppenjahr, der Meteorschauer der Perseiden wird bei klarem Himmel besonders gut zu sehen sein. Grund hierfür: Der Mond bleibt düster.

DPA

Durchmachen könnte sich lohnen: Der Meteorschwarm der Perseiden ist im Anflug und verspricht ein besonders schönes Sternschnuppen-Schauspiel. Zwar leuchten die Perseiden stets Mitte August am Himmel auf, doch in diesem Jahr sind die Beobachtungsbedingungen so günstig wie selten.

Bei wolkenfreiem Himmel werden stündlich Dutzende Sternschnuppen am nächtlichen Firmament aufleuchten, seinen Höhepunkt erreicht der Perseidenschauer am frühen Donnerstagmorgen. Besonders genaue Beobachter können sich dann bei klarem Himmel Dutzende Male etwas wünschen.

Aber auch in den Nächten zum Mittwoch und zum Freitag dürfte sich ein Blick zum sommerlichen Nachthimmel lohnen.

Günstige Mond-Konstellation

Möglich macht das auch der Stand unseres ständigen Begleiters: Am 14. August ist Neumond. "Der Mond ist in der Nacht zum Donnerstag de facto nicht da", sagt die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister. In der Dunkelheit kommen die Sternschnuppen besonders gut zur Geltung.

Ob das Wetter in der Nacht zum Donnerstag mitspielt, ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) jedoch noch offen. "Die Modelle lassen verschiedene Deutungen zu", sagt ein DWD-Meteorologe. In Teilen Deutschlands seien Wolken möglich. Wegen der wohl anhaltenden Hitze könne es möglicherweise auch gewittern. "Man darf aber hoffen", betont er. "Nach Dauerregen sieht es jetzt nicht aus."

Rasende Partikel

Seinen Namen hat der sommerliche Meteorschwarm vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseiden-Meteore, den die Astronomen Radiant nennen. In Wahrheit kommen die Meteore aber nicht aus der fernen Fixstern-Welt, sondern aus der unmittelbaren Umgebung der Erde.

Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückgelassen hat.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses etwa alle 130 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen die Lichterscheinung, die wir Sternschnuppe nennen.

Dem mit der Erde durchs All sausenden Beobachter bietet sich dabei ein Bild wie einem Autofahrer bei dichtem Schneetreiben: Beim Blick durch die Windschutzscheibe sieht es so aus, als kämen alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Ausgangspunkt.

Bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre leuchten die größeren Meteore so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener, sind die sogenannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Die besten Plätze in Havelland und Röhn

Besonders gut lassen sich die Sternschnuppen in ländlichen Regionen beobachten. Astronom Michael Hänel, der das Planetarium in Osnabrück leitet, hat vor einigen Jahren beispielsweise den kleinen Ort Gülpe im Havelland 70 Kilometer westlich von Berlin als einen der dunkelsten Orte Deutschlands entdeckt. Der Naturpark Westhavelland wurde im Februar 2014 von der International Dark Sky Association (IDA) zum ersten deutschen Sternenpark ernannt.

Auch die Rhön eignet sich Experten zufolge wegen ihrer relativ dünnen Besiedlung gut zum Sternschnuppen-Beobachten, weil wenig andere Lichter stören.

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht - ein Liegestuhl und eine gute Rundumsicht ohne künstliches Licht reichen aus. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

Wer die Perseiden verpasst, hat dieses Jahr noch einmal die Chance auf ein Himmelsspektakel. "Die Perseiden sind nicht der intensivste Sternschnuppenschauer", sagt Hänel. "Den haben wir mit den Geminiden am 14. Dezember." Die hätten allerdings einen Haken: "Da legt sich niemand so gern raus."

jme/dpa/AFP

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
moneysac123 10.08.2015
1.
In der "Röhn" ists schön.
f_frenchman 10.08.2015
2. Ja, ja
und ohne Rhöner wärs noch schöner :-) Francois
Stefan137 10.08.2015
3.
Zitat von moneysac123In der "Röhn" ists schön.
In der Rhön noch schöner.
partey 10.08.2015
4. rhön
Ach wärs scheen in die Rhön zu gehn, doch ohne ein Auto zur Hand, verbannt, es mich ins Havelland.
Ticki 10.08.2015
5. Klar ist der Himmel unklar
Nicht jeder wohnt im Havelland/Rhön, bedauerlicherweise ist es so, dass z.B. rund um Hannover es seltenst klaren Himmel gibt und das schon seit Monaten. Zwar sagen die Prognosen stetig klare Nächte voraus, eingetreten sind sie nicht! Was bleibt ist die HOFFNUNG.
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