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Sternschnuppen-Regen: Die schönsten Tränen der Welt

Sternschnuppen über Deutschland: Im Wünscheparadies Fotos
DPA

Hobby-Sterngucker haben eine kurze Nacht hinter sich: Am frühen Morgen erreichte der Sternschnuppen-Regen der Perseiden seinen Höhepunkt. Tausende beobachteten das Himmelsspektakel und zückten ihre Kameras.

Der Sternschnuppenstrom der Perseiden hat in der Nacht zum Donnerstag für ein besonderes Himmelsschauspiel gesorgt. Allerdings waren weniger Sternschnuppen zu sehen als erwartet.

Rainer Kresken von der Europäischen Weltraumorganisation Esa schätzt, dass Beobachter etwa alle fünf Minuten eine Sternschnuppe beobachten konnten. Jost Jahn, Sprecher der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im hessischen Heppenheim, geht im Schnitt von etwa einer Sternschnuppe pro Minute aus.

Mit Blick auf die Vorjahre sprach auch er von einem "durchschnittlichen Ereignis" - und das, obwohl die äußeren Bedingungen in diesem Jahr dank Neumond besonders gut waren. Dennoch kamen Beobachter auf ihre Kosten: "Dieses Jahr gab es viele helle Sternschnuppen", so Jahn. Das Maximum des Stroms lag Astronomen zufolge zwischen 2 und 4 Uhr. (Bilder der Sternschnuppen finden Sie in der Fotostrecke.)

Staub von einem fernen Kometen

Verursacht wird der Sternschnuppenregen durch Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, die auf dessen Flugbahn um die Sonne fliegen. Die Erde kreuzt die Bahn stets im August. "Man sieht deutlich, dass alle Sternschnuppen von einem Punkt am Himmel kommen", erklärt Kresken das Besondere am Sternschnuppenstrom der Perseiden.

Im Volksmund heißen die August-Meteore übrigens Laurentius-Tränen. Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither, so erzählt die Legende, soll es an diesem Tag stets feurige Tränen vom Himmel geregnet haben.

Public Viewing im Rheinland

Mancherorts trübte dieses Jahr allerdings das Wetter das Himmelsspektakel. Andreas Hänel, Leiter des Planetariums in Osnabrück, beklagte einige Wolken am Himmel. Die Sternschnuppen, die trotzdem zu sehen waren, seien aber sehr eindrucksvoll gewesen.

In einigen Regionen gab es eigens ein Public Viewing für das Himmelsspektakel - etwa in den Rheinauen bei Bonn. Im Laufe des Abends schauten hier laut Veranstalter Sandro Heinemann etwa Tausend Besucher in den Himmel. "Es haben eigentlich alle eine Sternschnuppe zu Gesicht bekommen", erzählte er.

Den Sternschnuppenstrom der Perseiden kann man nun noch etwa eine Woche lang beobachten, es werden aber weniger Sternschnuppen. Das nächste spektakuläre Himmelsschauspiel kommt im Dezember: der Sternschnuppenstrom der Geminiden. Die werden wahrscheinlich noch intensiver als die Perseiden, sagte Hänel. "Doch wer legt sich im Dezember schon gern raus?"

Sternschnuppen auch in den nächsten Tagen!
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jme/dpa/AFP

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insgesamt 11 Beiträge
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1.
ackergold 13.08.2015
Wenig? Also ich habe um 3.20 Uhr innerhalb von 5 Minuten 8 Sternschnuppen gesehen. Dann bin ich wieder ins Bett.
2. Nebst der Sternschnuppen
rexromanus 13.08.2015
Konnte man gestern abend übrigens zwei Überflüge der ISS beobachten, das hätte man im Vorfeld ruhig auch mal recherchieren können;)
3. Bild 4
someone.else 13.08.2015
Kann mir jemand erklären, warum die Sternschnuppen, wie z.B. in Bild 4 zu sehen, aus stark unterschiedlichen Richtungen kommen bzw. in stark unterschiedliche Richtungen fliegen?
4.
MeanMinistry23 13.08.2015
Zitat von rexromanusKonnte man gestern abend übrigens zwei Überflüge der ISS beobachten, das hätte man im Vorfeld ruhig auch mal recherchieren können;)
Das können sie auch gerne selber machen :) Es gibt diverse Internetseiten und auch auf Ios und Android diverse Apps, z.B. Iss Detector.
5. Wenig? - Wenig!
iimzip 13.08.2015
Habe zwischen 22 Uhr (als die ISS vorbeikam) und 2:00 immer mal wieder 5-15 Minuten draussen verbracht. Es gab auch die ein oder andere Sternschnuppe. Aber höchstens eine pro 10 Minuten, insgesamt also lausig wenig. Ergo sollte man nicht so einen Hype veranstalten, sondern aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre (sic!) wahrheitsgemässer verkünden, dass mit 1-2 in 10 Minuten zu rechnen ist und sich das in der kurzen Hauptzeit zwischen 4 und 6 Uhr auf bis zu 10 in 10 Minuten steigern kann. Das dämpft die Erwartungen auf ein realistisches Mass. Aber Realismus verkauft sich halt schlecht… Unfreiwillig erhellend in dem Zusammenhang das Zitat im Text über die etwa tausend Besucher: "Es haben eigentlich alle eine Sternschnuppe zu Gesicht bekommen." Alle dieselbe?
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