Washington - Es ist der Traum eines jeden Chefs: Ein Mitarbeiter, der schon auf dem Weg zur Arbeit richtig ranklotzt. Und genau das macht die Nasa-Marssonde "Curiosity" derzeit. Zwar kommt sie nach aktueller Planung erst am 6. August des kommenden Jahres auf dem Mars an, macht aber bereits jetzt, drei Wochen nach dem Start, fleißig Messungen.
"Curiosity" sieht sich - aktuell gut 51 Millionen Kilometer von der Erde entfernt - nach energiereichen atomaren und subatomaren Teilchen um, die etwa von der Sonne oder von entfernten Supernovae stammen können. Der dafür eingesetzte "Radiation Assessment Detector" wurde auch in Deutschland mit entwickelt, und zwar vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Universität Kiel.
"Das Instrument sitzt tief im inneren des Raumfahrzeugs, so wie es auch ein Astronaut tun würde", sagt der zuständige Wissenschaftler Don Hassler vom Southwest Research Institute in Boulder (US-Bundesstaat Colorado). Das ist ein Unterschied zu bisherigen Strahlenmessungen dieser Art. Das besondere dabei: Die energiereichen Teilchen können beim Auftreffen auf das Raumfahrzeug weitere Partikel entstehen lassen, die in manchen Fällen gefährlicher sein können als die ursprünglichen Exemplare.
Die Nasa hofft jetzt, dass die aktuellen Messergebnisse ihr bei der Planung künftiger bemannter Missionen zum Roten Planeten helfen. So muss sie wissen, wie gefährlich die Strahlung auf der Reise und auf dem Mars für Astronauten sein könnte. Der Detektor ist so groß wie eine Schuhschachtel und soll auch die Frage klären helfen, wie tief sich mögliche frühere Lebensformen im Boden befunden haben müssen, um die Strahlung auf dem Mars zu überleben.
Die Sonde soll sich im Gale-Krater auf der Marsoberfläche gezielt danach umsehen, ob es womöglich doch einfache Lebensformen auf dem Planten gibt oder zumindest gegeben hat. Dafür soll eine ganze Batterie von Messegeräten, von Röntgenaugen bis zum Lasergerät, zum Einsatz kommen.
chs/dpa
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