Strategie verabschiedet: Regierung will deutsche Raumfahrtindustrie stärken

"Made in Germany" soll es im Weltall auch weiterhin geben. Die deutsche Regierung hat deshalb eine neue Raumfahrtstrategie verabschiedet. Sie soll der hiesigen Raumfahrtindustrie helfen, im Wettbewerb mit China und Indien zu bestehen.

Luftfahrt-Koordinator der Regierung: Peter Hintze (CDU) stellt neue Strategie vor Zur Großansicht
dpa

Luftfahrt-Koordinator der Regierung: Peter Hintze (CDU) stellt neue Strategie vor

Berlin - Länder wie Indien bauen eigene Raketen und schicken Raumschiffe zum Mond. Dem möchte die Bundesregierung nicht tatenlos zusehen und will die deutsche Raumfahrtindustrie unterstützen. Die Branche stehe vor wachsenden Herausforderungen, insbesondere durch das Auftreten neuer Konkurrenten wie China, Indien und Südkorea, heißt es in der am heutigen Dienstag in Berlin vorgestellten Raumfahrtstrategie der Regierung.

Es sei erforderlich, dass sich die Branche noch stärker auf ihre strategischen Ziele konzentriert. Die Raumfahrt sei ein wesentlicher Innovationstreiber für die gesamte deutsche Wirtschaft, erklärte Wirtschaftsminister Rainer Brüdele. Die Bundesregierung wendet im laufenden Jahr nach eigenen Angaben rund 1,2 Milliarden Euro für die Raumfahrt auf. Davon kommen allein knapp eine Milliarde Euro aus dem Etat des Wirtschaftsministeriums.

Ein vorrangiges Ziel der Regierung ist, die Systemfähigkeit und Technologieführerschaft der deutschen Raumfahrt in ausgewählten Schlüsselbereichen zu festigen. Dazu gehören die Erdbeobachtung und Satellitenkommunikation. Die starke Position der Weltraumforschung solle nachhaltig verstärkt werden, hieß es. "Deutschlands Herausforderung besteht im Wettbewerb um die besten Ideen und damit um die besten Technologien", sagte Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Erschließung neuer Märkte. Eingebettet sind die deutschen Anstrengungen in die Aktivitäten der europäischen Raumfahrt. Zur bemannten Raumfahrt heißt es in der Strategie der Regierung: "Die westliche Welt muss die Fähigkeit zur bemannten Raumfahrt behalten." Darüber werde Deutschland mit seinen Partnern in Europa, Amerika und Japan im Gespräch bleiben.

Ambitionierte Projekte wie eine deutsche Mondsonde oder gar ein eigenes bemanntes Raumschiff wird es in Zukunft allerdings kaum geben. Die ernsthaft ins Auge gefasste Mondmission wurde 2008 aus finanziellen Gründen gestrichen. Und der Bau eines bemannten Raumschiffs wäre am ehesten durch die europäische Raumfahrtagentur Esa zu stemmen - bislang ist es aber nur ein Wunschtraum.

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie sieht sich selbst als Wachstumsmotor. Sie verfügt über rund 93.700 Beschäftigte und setzt jährlich rund 23,6 Milliarden Euro um. Allerdings entfällt davon nur ein relativ kleiner Teil auf die Raumfahrt im engeren Sinne.

hda/Reuters

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