Stratolaunch Weltgrößtes Flugzeug rollt erstmals aus Hangar

117 Meter Flügelspannweite - so ein großes Flugzeug gab es noch nie. Jetzt hat der Riesenvogel aus den USA erstmals den Hangar verlassen. Abheben könnte Stratolaunch 2019.

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Das Ausmaß ist gigantisch, das Vorhaben verwegen: Das Flugzeug Stratolaunch soll Raketen bis in eine Höhe von 9000 Metern befördern, wo sie dann zu ihrem Flug ins Weltall starten. Nun ist der Flieger erstmals in der Mojave-Wüste aus seinem Hangar gerollt.

Die Konstruktion sei beispiellos, sagte der Chef der Stratolaunch Systems Corporation, Jean Floyd. Finanziert wird das Projekt von dem milliardenschweren Microsoft-Mitgründer Paul Allen. Dessen Vision von einem "normalisierten" Zugang zum erdnahen All sei näher gerückt. Bereits 2011 hatte Allen seine Pläne bekannt gegeben, ein gigantisches Flugzeug für die Weltraumfahrt bauen zu wollen.

Der Riesenvogel, der frühestens 2019 erstmals abheben könnte, soll neben Satelliten und Nutzfracht irgendwann auch einmal Passagiere Richtung All befördern. Allen will mit dem Flugzeug eine größere Flexibilität beim Transport von Satelliten erreichen, als dies mit Raketen vom Boden aus möglich ist. Angetrieben wird Stratolaunch von sechs großen Passagierflugzeug-Triebwerken.

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Riesenvogel Stratolaunch: Fliegende Startrampe

Die Spannweite von 117 Metern ist weltweit beispiellos. Das Flugzeug ist 72,5 Meter lang, fast 230 Tonnen schwer und über 15 Meter hoch. Stratolaunch steht auf 28 Rädern - in den vergangenen Wochen wurden die Stützkonstruktionen entfernt. In den kommenden Monaten wird das Flugzeug am Boden intensiv getestet.

Als größtes Flugzeug der Welt gilt derzeit noch die Transportmaschine Antonow An-225. Sie hat eine Flügelspannweite von über 88 Metern. Das größte bisher gebaute Flugzeug ist aber die Hughes H-4 - bekannt unter dem Spitznamen "Spruce Goose". Die Maschine mit einer Spannweite von 97,51 Metern war das ehrgeizige Projekt des US-Unternehmers Howard Hughes. Nachdem das Wasserflugzeug für nicht flugtauglich erklärt wurde, steht es inzwischen in einem Museum in Oregon.

hda/AFP



insgesamt 91 Beiträge
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_Grunzi_ 01.06.2017
1. Und das ganze aus zwei 747 zusammen geschraubt...
... klasse Leistung, wenn das mal abhebt
klyton68 01.06.2017
2. Was ist das denn?
2 Cockpits. Je nach politischer Neigung mal von rechts, mal von links zu steuern. Republikaner steigen rechts ein, Demokraten links. Oder brauchst es 2 Piloten? Der eine will ne Rechtskurve, der andere einen Looping. Naja, bin kein Fachmann. Gab's sowas ähnliches nicht in irgendeinem Star Wars Teil?
turbi 01.06.2017
3. Unterschied zwischen Modell und Original :-(
Ich frage mich, wieso es (bezüglich der Cockpit-Fenster) Unterschiede zwischen dem Modell und dem Original gibt. Hat man sich etwa nach dem Entwurf des Modells noch 'kurzfristig' entschieden, beide Rümpfe mit Fenster zu versehen?
nesmo 01.06.2017
4. Kann das fliegen ?
Beide "Flugzeuge" bzw. Hälften werden nur durch einen "Flügel" zusammengehalten, der alle Kräfte der zwei getrennten Schwerpunkte halten muss. Das müssen enorme Lasten sein. Sicherlich wird das alles berechnet worden sein, aber es sieht einfach zu schwach aus, als das dieser (umfunktionnierte) zusammemgeschweiste jeweils halbe Flügel das schaffen kann, weil beide Seiten ein "starkes Eigenleben" führen werden.
joG 01.06.2017
5. Es ist doch wunderbar....
....dass die echte Privatwirtschaft beginnt den Staat in der Raumfahrt abzulösen.
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