Rekord-Supernova Eine Explosion, so hell wie 570 Milliarden Sonnen

"Die gewaltigste Supernova, die je in der Geschichte der Menschheit entdeckt wurde": Forscher staunen über die Sternenexplosion namens ASASSN-15lh. Sie strahlte hell wie 570 Milliarden Sonnen - doch die Energiequelle ist noch völlig rätselhaft.

Künstlerische Darstellung der Supernova ASASSN-15lh:  Heller und heißer
AP/The Kavli Foundation

Künstlerische Darstellung der Supernova ASASSN-15lh: Heller und heißer


Ein internationales Forscherteam hat die hellste Sternexplosion beobachtet, die je aufgezeichnet worden ist. Die sogenannte Supernova mit der Katalognummer ASASSN-15lh erstrahlte hell wie 570 Milliarden Sonnen. Das berichten Astronomen um Subo Dong vom Kavli-Institut für Astronomie und Astrophysik an der Universität Peking im US-Fachblatt "Science".

Supernovae gehören zu den gewaltigsten Explosionen im Universum. Mit ihnen beenden beispielsweise Riesensterne ihre Existenz und schleudern dabei große Mengen Materie ins All hinaus. Es gibt jedoch auch andere Ursachen. Eine Supernova-Explosion kann so hell leuchten wie eine ganze Galaxie. ASASSN-15lh strahlte jedoch noch 20-mal heller als unserer Heimatgalaxie, die Milchstraße. "ASASSN-15lh ist die gewaltigste Supernova, die je in der Geschichte der Menschheit entdeckt wurde", sagte Dong laut einer Mitteilung der US-amerikanischen Kavli-Stiftung im kalifornischen Oxnard.

"Der Explosionsmechanismus und ihre Energiequelle bleiben geheimnisumwoben", sagte Dong. "Denn alle bekannten Theorien stoßen an ihre Grenzen bei der Erklärung der immensen Energiemenge, die ASASSN-15lh abgestrahlt hat."

Wegen der enormen Helligkeit rechnen die Forscher die Rekord-Explosion zur Klasse der überhellen Supernovae. Allerdings überstrahlte ASASSN-15lh auch die bislang hellste derartige Supernova um mehr als das Doppelte.

Erstmals wurde sie im Juni 2015 durch die Teleskope von Cerro Tololo in Chile entdeckt. Wegen ihrer enormen Entfernung von 3,8 Milliarden Lichtjahren war sie dennoch nicht besonders auffällig am Nachthimmel zu sehen.

Erst mit Spektraluntersuchungen am Großen Südafrikanischen Teleskop Salt (South African Large Telescope) bestätigte sich die große Entfernung - und damit extreme Helligkeit der Explosion. "Als ich die Spektralsignaturen von Salt sah und mir klar wurde, dass wir die bislang gewaltigste Supernova entdeckten hatten, war ich den Rest der Nacht zu aufgeregt zum Schlafen", sagte Dong.

Die Supernova war nicht nur heller, sondern auch heißer als alle vergleichbaren Sternenexplosionen. Für die Ursache gibt es noch keine abschließende Erklärung.

Nachbeobachtungen der Explosionswolke, unter anderem mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop, sollen nun genauere Erkenntnisse über die Rekord-Explosion liefern. Die Forscher erhoffen sich davon auch ein besseres Verständnis der Klasse der überhellen Supernovae allgemein.

aar/dpa/Reuters

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insgesamt 104 Beiträge
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Seite 1
The Restless 15.01.2016
1.
Ich tippe auf ein Verschmelzen zweier sehr junger, massenreicher Sterne, die beide bereits nah an der Stabilitätsschwelle lagen, mit anschließendem Kollaps zu einem schwarzen Loch. Vermutlich war dabei ausreichend Drehimpuls im Spiel, dass auch Teile der Innereien der Sterne im Raum verteilt wurden - daher die hohe Temperatur. Kein sonderlich wahrscheinliches Ereignis, aber in einem Radius von 3 Milliarden Lichtjahren kann halt viel passieren ...
saiber 15.01.2016
2. Sternenzerstoerer
Da hat wohl die Erste Ordnung ihren Sternenzerstoerer eingesetzt.
ThomasGB 15.01.2016
3. Jetzt hab' ich einen Teil der Lösung, ...
Bei der Explosion einer Supernova ensteht sehr viel Energie. Diese wird zum größten Teil über Schockwellen nach außen abgegeben, wobei sich die Materie verdichtet und höhere Elemente enstehen, vereinfacht gesagt. Soweit kann das jeder in einem Astrophysikbuch nachlesen. Was aber passiert mit der Energie in die andere Richtung, die wird zwingend durch die Impulserhaltung dorthin transportiert)? Klar, auch hier wird die Materie verdichtet und zwar zu einem etwas kleinerem schwarzen Loch. Nun kommt die fünfte Raumdimension (so etwas ähnliches hat schon Einstein vermutet; Stichwort "Rätselhafte Fernwirkung" oder "Versteckte Parameter") ins Spiel. Durch die Unschärfe die dadurch entsteht kann Energie aus einem schwarzen Loch abgesaugt werden. Und hierher kommt die überschüssige Energie. Na - bin ich nicht gut?
cavete 15.01.2016
4. Kosmische Katastrophe
Es gibt nicht einmal annaehrend ein vegleichbares Ereignis aus'm menschlichen Erfahrungsrektum, das eine Idee von den Dimensionen des Geschehns vermitteln koennte. Es ist ja nickt mal moeglich, sich die eigne Sone als Super-Novum am Himmel vrozustellen. Und die ist ledigich etwa 150 Mio. KM von uns enfrent. Ein Lichtjahr entspricht ca. 9,46 Bio. KM. Selbs das kann die Ungehäuerlichkeit der Expolsion nicht begeifrlich machen. Und wen man bedenkt, daß am Ort der kosmischen Katarstrophe mitterweiler eine Unzahl neuer Sterne und auch Planten entstanden - aber wohl auch vergangen sein muessen, dann gelingt es immer noch nicht so recht, das ganze Ausmars des Phaenomens zu erfassden. Der menschliche Erfahrungshorizont besizt in diesem Zusammenhang einfcah keinen Redferenz-Punkt - werder in der Naehe noch in mittlerer Entfernung zur Ede. Waere es anders, gaebe es uns ansonnsten wohl auch nicht mehr. Dem Unversum sei Dank.
Rubyconacer 15.01.2016
5. Zeitmaschine
Die Supernova ist also vor 3,8 Milliarden Jahren geschehen. Das nenne ich einen Blick in die Vergangenheit.
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