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Testflug geglückt: "Orion"-Kapsel landet im Pazifik

Screenshot Nasa-TV: Rückkehr zur Erde nach 4,5 Stunden im All Zur Großansicht
NASA

Screenshot Nasa-TV: Rückkehr zur Erde nach 4,5 Stunden im All

Punktlandung im Pazifischen Ozean: Nach zwei Runden um die Erde ist die "Orion"-Kapsel sicher an Fallschirmen zur Erde zurückgekehrt. Der Hitzeschild hat den Belastungstest bei über 2000 Grad offenbar gut überstanden.

Cape Canaveral - Jubel bei der US-Weltraumbehörde Nasa: Der Jungfernflug ihres neuen Raumschiffs "Orion" ist geglückt. Nach 4,5 Stunden Flug landete die Kapsel im Pazifischen Ozean. Am Freitagmittag hatte eine Schwerlastrakete vom Typ Delta IV das neue Nasa-Raumschiff "Orion" in eine Erdumlaufbahn geschossen.

"Das ist ein großer Tag für die Welt, für Menschen, die das Weltall kennen und lieben", sagte Nasa-Chef Charles Bolden. Start und Landung waren mit viel Spannung erwartet worden, denn mit "Orion" sollen schon bald bis zu sechs Astronauten zum Mond, auf einen Asteroiden oder noch viel weiter fliegen. "Dies ist unser nächster Schritt auf dem Weg zum Mars, und es ist ein großer", sagte Nasa-Manager William Gerstenmaier vorab.

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Raumschiff "Orion": Testflug für eine neue Raumflug-Ära
Mit "Orion" will die kriselnde Nasa wieder Aufbruchstimmung erzeugen. Die Spaceshuttles sind seit 2011 eingemottet, die bemannten Routineflüge zur Raumstation ISS führen die Russen und ab 2017 zwei Privatunternehmen aus den USA durch. Die Nasa selbst konzentriert sich derweil auf Ziele außerhalb des Erdorbits.

Lange war "Orion" nicht unterwegs. Der unbemannte Jungfernflug dauerte nur viereinhalb Stunden. Das Raumschiff drehte in dieser Zeit zwei Runden um die Erde, die erste in einem erdnahen Orbit in 200 bis 900 Kilometern Höhe. Danach feuerte die Oberstufe der Rakete noch einmal für fast fünf Minuten, um "Orion" bis in eine Höhe von 5800 Kilometern zu katapultieren. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS umkreist die Erde in etwa 400 Kilometern Höhe.

Bei dem Test wollte die Nasa unter anderem den Hitzeschild von "Orion" überprüfen, der Temperaturen von 2200 Grad Celsius beim Wiedereintritt in die Atmosphäre aushalten muss. Auch die Trennung der Kapsel von der Rakete beim Start sowie die Landung per Fallschirm im Ozean wurden erstmals getestet. Mit Spannung erwarten die Nasa-Ingenieure zudem Messungen, wie hoch die Strahlenbelastung in der Kapsel ist.

Ein erster bemannter Flug in einer "Orion"-Kapsel ist nicht vor 2021 geplant. Mitte der 2030er Jahre will die Nasa mit der Raumkapsel Menschen zum Mars befördern. Seit Ende des Shuttle-Programms 2011 sind die USA bei bemannten Flügen ins All auf russische Sojus-Kapseln angewiesen.

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1. Nicht eingemottet
wdiwdi 05.12.2014
Die Space Shuttles sind nicht eingemottet (was die Möglichkeit einer Reaktivierung beinhalten würde), sondern wurden von allem geheimen, noch für andere Missionen brauchbaren oder potentiell gefährlichen Komponenten befreit und an verschiedene Museen vergeben, wo sie weiter für den Besucherbetrieb aufbereitet werden. Ein erneuter Einsatz ist ausgeschlossen.
2. Alter Kram...
patrick6 05.12.2014
...genauso wurden doch schon die Apollos hochgeschossen. Wenn man weiter raus will, sollte man das Schiff (und nicht eine Kapsel) im Raum zusammen bauen und dort starten. Da ist erheblich weniger Energie nötig. Dieser Start-von-der-Erde-und-ich-flieg-mal-zum Mars ist doch Blödsinn.
3. Abwarten
Cugel 05.12.2014
Zitat von patrick6...genauso wurden doch schon die Apollos hochgeschossen. Wenn man weiter raus will, sollte man das Schiff (und nicht eine Kapsel) im Raum zusammen bauen und dort starten. Da ist erheblich weniger Energie nötig. Dieser Start-von-der-Erde-und-ich-flieg-mal-zum Mars ist doch Blödsinn.
Natürlich werden die Mars/Asteroiden-Schiffe im Orbit zusammengebaut (evtl. Mondorbit). Die Orion-Kapsel alleine ist viel zu klein für so eine lange Reise. Sie wird lediglich als Kommandoeinheit dienen, an welche diverse andere Mannschafts-, Transport- und Versorgungsmodule angekoppelt werden.
4. Rücksturz zur Erde
Mondaugen 05.12.2014
Das sah leider nicht so elegant aus wie bei Cliff Allister McLane, aber der Flug war ja auch noch ohne Besatzung. Wenn die Orion fliegen soll, dann nur mit Hasso, Atan, Mario und Helga.
5. immerhin wieder mal was im Bezug auf die bemannte Raumfahrt :)
musca 05.12.2014
Sehr schön das alles glattgegangen ist. War ein erster Schritt der Nasa zurück in die bemannte Raumfahrt dieser erfolgreiche Jungfernflug der Orion Raumkapsel.(schiff) Das Service-Modul zu Orion kommt von der ESA war aber noch nicht dabei beim heutigen Flug. Zum Mond ( oder einem erdnahen Asteroiden) nach Jahrzehnten womöglich in den nächsten Jahren wieder eine Wiederholung einer bemannten Mondlandung ( oder einen bemannten Flug rund um den Mond wie bei Apollo 8) dafür reicht Orion auf jeden Fall aus. Auch wenn es nix wirklich neues ist, sondern nach dem Vorbild des Apollo-Programmes kaum zu übersehen - sehr stark angelehnt. Trotzdem, immerhin -wenn bedacht wird wie die Gelder für die Raumfahrt ( vor allem für die bemannte Raumfahrt) ohnehin ständig wieder aufs neue zusammengestrichen werden - ist es ein Erfolg. Für den Mars wird es nicht reichen, mit so einem "Raumschiff" ...ein gutes halbes Jahr Reisezeit ( mindestens) für sechs Menschen in der engen Orion Raumkapsel, die würden da sehr wahrscheinlich früher oder später alle durchdrehen. Für eine Wiederholung einer bemannten Mondlandung ( innerhalb der nächsten zehn Jahre ( nach dem Apollo-Konzept) ist Orion aber sehr gut geeignet.
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