Testflug im November: Private Raumfähre soll an ISS andocken
Die Nasa schickt keine Space Shuttles mehr zur Internationalen Raumstation. Künftig sollen private Unternehmen die Versorgungsflüge in den Erdorbit übernehmen. Nun plant die Firma SpaceX die erste Reise ihrer "Dragon"-Kapsel - bereits im November soll sie zur ISS abheben.
Als der Space Shuttle "Atlantis" am 21. Juli den Boden des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral in Florida berührte, endete für die Nasa eine Ära. Die Zeit, in der sie ihre Astronauten selbst in den Erdorbit befördern konnte, war erst einmal vorbei. Jetzt sind Weltraumreisende aus den USA auf Mitfahrgelegenheiten zur Internationalen Raumstation ISS angewiesen - zuerst in russischen "Sojus"-Kapseln, mittelfristig an Bord privater Raumfähren, die von US-Unternehmen gebaut werden sollen.
Vier Firmen hat die US-Weltraumbehörde Nasa damit beauftragt, einen Shuttle-Nachfolger zu entwickeln: Boeing, die Sierra Nevada Corporation, SpaceX und Blue Origin.
Ein Dutzend Frachtflüge
Doch bevor US-Raumschiffe wieder Menschen in den Erdorbit bringen, müssen zwei Unternehmen erst einmal zeigen, dass sie "Lastesel" zur ISS schicken und danach sicher wieder zur Erde bringen können.
SpaceX soll für die Nasa mindestens zwölf Frachtflüge zur ISS übernehmen, für das Missionspaket sind 1,6 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro) eingeplant. Nach Angaben des Unternehmens kann seine Raumkapsel, die "Dragon", sechs Tonnen Fracht transportieren.
Einen ersten Testflug hat "Dragon" bereits erfolgreich absolviert. Im Dezember 2010 umrundete das acht Tonnen schwere Modul zweimal die Erde, bevor es im Pazifik landete. Der nächste Test ist nun für den 30. November 2011 geplant, wobei das US-Unternehmen zwei ursprünglich angesetzte Demo-Flüge zu einem verschmelzt.
"Beim nächsten Flug von 'Dragon' werden wir an der ISS andocken, Güter abliefern und Fracht mit zurück zur Erde bringen", sagte der frühere Nasa-Astronaut Garrett Reisman, der jetzt für SpaceX arbeitet. Beim ersten Testflug katapultierte eine ebenfalls von SpaceX entwickelte Trägerrakete vom Typ "Falcon 9" die Raumfähre rund 300 Kilometer hoch in den Erdorbit.
Neben SpaceX hat die Nasa die Orbital Sciences Corporation beauftragt, Frachtflüge zur Internationalen Raumstation zu übernehmen. Die Firma plant, ihre Kapsel "Cygnus" im kommenden Jahr auf den ersten Testflug zu schicken.
wbr/Reuters
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