Satellitenbild der Woche In Freeport schrumpft der Strand

Im texanischen Freeport hat sich das Meer in den vergangenen 30 Jahren ein ganzes Stück Land zurückgeholt, zeigen Satellitenbilder. Andernorts wächst der Strand - etwa auf einer kleinen Insel in der Nordsee.

Nasa


Sandstrände ziehen Menschen an, weil sie ästhetisch sind, vielfältige Ökosysteme haben und ein Urlaubsgefühl bieten wie sonst nur wenige Orte. Kein Wunder, dass sie beliebte Lebensräume sind. 15 der 20 Megastädte der Welt mit mehr als zehn Millionen Einwohnern liegen an Küsten. Das hat Einfluss auf die Strände.

Mehr als die Hälfte der Sandstrände der Welt haben sich in den vergangenen 30 Jahren verändert, schreiben niederländische Forscher im Fachblatt Nature Scientific Reports. 24 Prozent weltweit sind von Erosion betroffen und geschrumpft. Dagegen sind 28 Prozent sogar gewachsen, 48 Prozent blieben gleich.

Der Mensch ist nicht für jede Erosion und jedes Wachstum verantwortlich. Aber bei vier der sieben am stärksten gewachsenen Strände sind Menschen die Verursacher. Und auch viele Erosionen entstehen durch menschliche Aktivitäten, zum Beispiel durch Sandabbau im vietnamesischen Mekong-Delta.

Erosion in Freeport, Texas

Am stärksten von Erosion betroffen ist der Strand in Freeport, Texas in den USA. Die Veränderung ist in den beiden Satellitenbildern oben zu sehen, die von Landsat-Satelliten aufgenommen wurden. Das ältere Bild stammt aus dem Jahr 1987, das neuere aus 2015. Auch die deutsche Insel Amrum gehört zu den Regionen, die von Erosion besonders stark betroffen sind.

Einige Strände sind in den vergangenen 30 Jahren aber auch gewachsen. Zu den Sandküsten mit dem stärksten Wachstum gehören die Strände der Nordseeinsel Schiermonnikoog in den Niederlanden. Hier zeigen Bilder der Landsat-Satelliten die Veränderung zwischen 1986 und 2016.

Nur auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob auch hier der Strand zurückgegangen sei. Schuld daran sind aber die unterschiedlichen Gezeiten auf den Bildern. Bei genauerer Betrachtung ist zu erkennen, dass der Strand vor allem auf der Ostseite der Insel angewachsen ist.

Wachsender Strand der Nordseeinsel Schiermonnikoog

In ihrer Studie fanden die Forscher auch heraus, dass etwa 30 Prozent der Küstenlinien, die nicht unter einer Eisschicht liegen, Sandstrände sind. Afrika hat mit 66 Prozent die meisten Strände, Europa mit 22 Prozent dagegen die wenigsten.

Besonders besorgniserregend fanden die Forscher, dass auch Strände in Meeresschutzgebieten abnehmen. So sind etwa 30 Prozent der Küstenlinien in Schutzgebieten Sandstrände, und davon sind 37 Prozent von Erosion betroffen und geschrumpft.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Welche Sandstrände wachsen, welche stabil bleiben und welche abnehmen, haben die Forscher auch in eine interaktive Karte eingetragen. Dort lässt sich nachschauen, ob das eigene Urlaubsgebiet von Erosion betroffen ist und der Strand eines Tages vielleicht weitgehend verschwunden sein könnte - oder ob er wächst.

Video: Texas aus der Luft

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lpu



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