Unscheinbare, im Schlamm lebende Kreaturen zeigen ukrainischen Wissenschaftlern zufolge, welchen Einfluss der Atomunfall von Tschernobyl auf die Tierwelt der Region hatte. Der bei der Katastrophe vor 17 Jahren freigesetzte radioaktive Fallout scheint die Würmer eines nahe gelegenen Sees von sexuellen Einzelkämpfern in Beziehungstiere verwandelt zu haben.
Zwei Wurmarten, Nais pardalis und Nais pseudobtusa, paaren sich dort nach der Beobachtung der Forscher häufiger miteinander als in einem zweiten, weiter entfernten See, der durch den Reaktorunfall 20-mal weniger Radioaktivität abbekommen hat. Normalerweise vermehren sich die Würmer hauptsächlich asexuell, sie sind aber auch zur sexuellen Fortpflanzung fähig.
Polikarpov zufolge haben die Würmer ihr Paarungsverhalten verändert, um sich besser vor Strahlenschäden zu schützen. Im Gegensatz zur asexuellen Vermehrung wird bei der sexuellen Fortpflanzung das Erbgut gemischt, durch natürliche Auslese können sich in der Population solche Gene durchsetzen, die besseren Strahlenschutz gewähren. Polikarpov: "Die Widerstandsfähigkeit der Art als Ganzes wird dadurch erhöht."
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