Gespenstische Steinwüste "Rosetta"-Foto zeigt Gebirge auf Komet Tschuri

Die Raumsonde "Rosetta" funkte spektakuläre Fotos von der Oberfläche des Kometen "Tschuri" zur Erde. Nun hat ein Hobby-Forscher eines aufbereitet.

Comet/ Landschaft
ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team/ J. Roger

Comet/ Landschaft


Am 12. November 2014 landete erstmals ein Roboter auf einem Kometen. Das Minilabor "Philae" sollte den Gesteinsbrocken Tschurjumow-Gerasimenko, kurz "Tschuri" genannt, genauer untersuchen. Doch bei der Landung bohrte sich die Harpune nicht in den Boden. Die Forscher mussten "Philae" verloren geben.

Die Raumsonde "Rosetta", die "Philae" zuvor zum Kometen gebracht hatte, erforschte Tschuri jedoch weiter. Ende September 2016 flog sie so nah an ihn heran, wie nie zuvor - und beendete die Mission schließlich, indem sie in die Kometenoberfläche einschlug. In den Jahren zuvor hatte sie zahlreiche wissenschaftliche Messungen gemacht und Tschuris Oberfläche fotografiert.

Foto vom "Kometen-Nacken"

Die Europäische Raumfahrtbehörde (Esa) veröffentlichte nun ein eindrucksvolles Bild vom 11. September 2014. Der spanische Hobby-Astronom Jacint Roger Perez hatte es aufbereitet, indem er Daten aus drei "Rosetta"-Aufnahmen mit verschiedenen Wellenlängen kombinierte. "Rosetta" flog damals etwa 26,2 Kilometer über der Kometenoberfläche.

Fotostrecke

5  Bilder
Extreme Umwelt: So sieht es auf Komet Tschuri aus

Auf der linken Seite und in der Mitte des Bildes ist Seth zu sehen, eine der geologischen Formationen auf dem größeren Teil des Kometen. Dessen Form erinnert mitunter ein wenig an ein "V" mit unterschiedlich ausgeprägten Schenkeln (siehe Foto unten). Zu Beginn der Mission wurde Tschuri noch als Kartoffel bezeichnet, später dann als Quietscheentchen mit kleinem Kopf, sehr schlankem Hals und großem Körper (siehe Fotostrecke oben).

134 Meter hohe Klippe

Seth senkt sich zur sogenannten Hapi-Region ab. Sie liegt zwischen dem größeren und dem kleineren Kometenteil - sozusagen in seinem Nacken. Eine Aufnahme aus größerer Entfernung zeigt genauer, an welcher Stelle "Rosetta" den Kometen abgelichtet hat.

Aus diesem Bereich stammt die Tschuri-Aufnahme
ESA/ Rosetta/ NavCam

Aus diesem Bereich stammt die Tschuri-Aufnahme

In dem scharfen Bereich im unteren Teil des neu aufbereiteten Bildes ist das 134 Meter hohe Aswan-Kliff zu sehen. Es trennt Seth von der Hapi-Region. Die Untersuchungen der Raumsonde "Rosetta" im Jahr 2015 haben gezeigt, dass ein Teil des Kliffs einst zusammengebrochen ist - offenbar eine Folge der Annährung des Kometen an die Sonne, durch die er besonders viel Material ins All ausgestoßen hat. Der Kometenschweif war dadurch ausgeprägter als sonst.

jme



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