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Überraschende Bilder: Satellit erspäht nach 30 Jahren "Viking"-Sonden

Daran hätte keiner geglaubt - doch der "Mars Reconnaissance Orbiter" hat es geschafft. Auf seinen Bildern haben Forscher den Rover "Spirit" und die beiden "Viking"-Sonden erspäht. Sogar einen "Viking"-Fallschirm von der Landung 1976 wollen sie entdeckt haben.

Das hoch aufgelöste Satellitenbild ist auf den ersten Blick wenig spektakulär. Es zeigt eine graue, relativ gleichmäßig strukturierte Oberfläche, nur vereinzelt sind Mini-Krater zu sehen. Nasa-Wissenschaftler sehen auf dem Foto des "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) aber wesentlich mehr: In zwei unauffälligen hellen Punkten mit schwarzen Schatten glauben sie die Sonde "Viking 2" zu erkennen, die vor 30 Jahren auf dem Mars gelandet ist.

Auf einer Aufnahme einer anderen Marsregion ist nach Nasa-Angaben "Viking 1" zu sehen. Die Sonde ist ebenfalls 1976 auf dem Roten Planeten angekommen. Neben den Landegeräten entdeckten die Wissenschaftler auch die Hitzeschilde - und sogar noch mehr: "Die größte Überraschung ist, dass man nach 30 Jahren noch ein Objekt erkennen kann, bei dem es sich vermutlich um den Fallschirm handelt", sagte Tim Parker vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa in Pasadena. Dank seiner Berechnungen gelang es, die Kamera des "Mars Reconnaissance Orbiter" auf die Landeplätze der Sonden auszurichten.

Neben "Viking 1" und "Viking 2", von denen es bisher keine Satellitenbilder gab, erspähte der Orbiter erstmals auch den Rover "Spirit", der seit Januar 2004 auf dem Mars unterwegs ist. Den baugleichen Zwillingsrover "Opportunity" hatte die MRO-Kamera bereits vor zwei Monaten fotografiert, als "Opportunity" am Rande eines Kraters stand.

Die Satellitenaufnahmen der Sonden auf dem Marsboden sind weit mehr als schöne Erinnerungsfotos. Die Wissenschaftler wollen die Bilder mit jenen der Bodensonden kombinieren, um Landeplätze bei künftigen Missionen besser einschätzen zu können.

"Wir kannten die Landeplätze sehr gut aus den Perspektiven von 'Spirit' und den 'Viking'-Sonden", sagte Alfred McEwen von der University of Arizona in Tucson, Chefwissenschaftler der hochauflösenden MRO-Kamera. Dieses Wissen und die neuen Fotos des Orbiters würden helfen, Satellitenfotos anderer Marsregionen zu interpretieren, zu denen man kein Gegenstück aus der Bodenperspektive besitze.

Die Nasa sucht derzeit nach einem möglichen Landeplatz für den "Phoenix Mars Lander". Der Roboter soll vom Sommer 2007 an den Norden des Planeten erkunden. Der Landeplatz von "Viking 2" ähnelt am ehesten der Region, in der die neue Sonde landen soll. Dank der neuen Orbiter-Aufnahmen könne man die Beschaffenheit und die Felsdichte möglicher Landepunkte besser einschätzen, sagte Ray Arvidson von der Washington University in St. Louis, Leiter der Nasa-Arbeitsgruppe, die den Landeplatz aussucht.

hda

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