Manöver: Raumstation muss Weltraumschrott ausweichen

Ausweichmanöver im All: Weil Weltraumschrott ihre Bahn zu kreuzen drohte, musste die Internationale Raumstation ihre Flughöhe ungeplant ändern. Die Crew zündete die Triebwerke, um den Trümmern eines US-Satelliten auszuweichen.

ISS über der US-Ostküste (Februar 2012): Immer wieder Ausweichmanöver nötig Zur Großansicht
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ISS über der US-Ostküste (Februar 2012): Immer wieder Ausweichmanöver nötig

Berlin - Mit einem außerplanmäßigen Manöver ist die Internationale Raumstation ISS in der Nacht zum Donnerstag einer möglichen Kollision mit Weltraumschrott ausgewichen. Dazu seien die Triebwerke des Frachtraumschiffes "Progress M-16M" um 00.08 Uhr deutscher Zeit für 406,26 Sekunden (knapp sieben Minuten) gezündet worden, teilte das Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau mit.

Damit sei die Flugbahn um rund 500 Meter angehoben worden. Die Station umkreise die Erde nunmehr auf einer Höhe zwischen 407,42 und 429,01 Kilometern.

Die Trümmer stammen von dem US-Satelliten "Iridium-33", der im Februar 2009 mit einem russischen militärischen Nachrichtensatelliten kollidiert war. Die Raumstation muss immer wieder Weltraumschrott ausweichen - auch in diesem Jahr gab es bereits mehrere Manöver. Grund sind unzählige, zum Teil winzig kleine Splitter. Sie sind das Abfallprodukt verschiedenster Weltraummissionen oder von Satellitenzusammenstößen. Eines Tages könnte der kosmischer Trümmergürtel die Raumfahrt sogar völlig unmöglich machen.

Auf der ISS arbeiten derzeit drei russische Kosmonauten, zwei US-Astronauten und ein japanischer Raumfahrer. Zwei der Stationsbewohner sollen am Donnerstag für Reparaturarbeiten in den Weltraum aussteigen. Die US-Amerikanerin Sunita Williams und der Japaner Akihiko Hoshide wollen die Station für etwa sechseinhalb Stunden verlassen, um ein Ammoniak-Leck an einem Radiator des Wärmekontrollsystems zu beseitigen, teilte das Nasa-Kontrollzentrum in Houston (US-Bundesstaat Texas) mit.

Der Außeneinsatz ist bereits der dritte gemeinsame für Williams und Hoshide. Am 30. August und am 5. September hatten sie bereits eine defekte Stromverteilerbox ausgetauscht. Diese sorgt dafür, dass alle Bereiche der Raumstation gleichmäßig mit Energie versorgt werden und es bei Ausfall einer Stromquelle zu keinem Spannungsabfall kommt. Beim ersten der beiden Außeneinsätze hatte allerdings ein klemmender Bolzen die Arbeiten behindert.

chs/dapd/dpa

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1. Wir haben genug Probleme auf der Erde
Buergerunion 01.11.2012
Solche Nachrichten sind Wegbereiter für Milliardeninvestitionen in die ESA. Die Pläne für einen Roboter, welcher Bauteile aufsammelt und samt dem Bauteil in der Atmosphäre verglüht, existieren bereits. Doch es würde genügen wenn die Bauteile in Richtung Erde geschleudert werden würden, auch dafür existieren Pläne. Doch die ESA macht mal wieder alles teurer als es sein müsste. Die Wissenschaft die gerne Gelder kassiert und alles meint zu wissen, müsste sich der Problematik des Schrotts doch bewusst gewesen sein? Doch der Michel wird mal wieder dem Anderen zugeschoben und der Steuerzahler zahlt. Dafür ist er ja da. Die "Experten" zu bezahlen, welche eine falsche Studie nach der anderen rausdonnern. Diese sogenannten Experten sind nicht mehr Herr über ihre Forschungen und ihrer selbst behaupte ich mal. Sie entwicklen und entwickeln und stellen sich überhaupt nicht mehr die Frage ob dass überhaupt gebraucht wird und ob es richtig ist was sie tun. Was nützt uns die Raumfahrt, wenn wir nichteinmal die Probleme auf der Erde in den Griff bekommen und die ganzen Errungenschaften zerstört werden, wenn wir uns diesen Problemen nicht stellen?
2. Gute Frage....
OneTwoThree 01.11.2012
Zitat von BuergerunionSolche Nachrichten sind Wegbereiter für Milliardeninvestitionen in die ESA. Die Pläne für einen Roboter, welcher Bauteile aufsammelt und samt dem Bauteil in der Atmosphäre verglüht, existieren bereits. Doch es würde genügen wenn die Bauteile ......
Was nützen uns dann ewige Nörgler, die an allem etwas auszusetzen haben, aber selber keine Lösungsvorschläge anbieten und die Lösungsvorschläge anderer ständig nur negativ bewerten mit dem Hinweis, dass das Geld anderswo besser aufgehoben wäre. Auch den ´´Experten´´ quasi als Nichtskönner hinzustellen zeugt nicht grad von grosser Kompetenz, so dass man froh sein kann (ich bin es zumindest), dass solche Leute sich im allgemeinen mit ihren unqualifizierten Gefasel in Online-Foren austoben. Den wenn Sie wirklich selber Experten wären, müssten Sie sich nicht aufspielen, sondern könnten ihre Hirnkapazitäten ja für die von ihnen gewünschte ´´richtige Forschung´´ einsetzen. Dazu fehlt dann aber leider oftmals der Intellekt.
3. Wissenschaftsfeindlichkeit
Hermes75 01.11.2012
Zitat von BuergerunionSolche Nachrichten sind Wegbereiter für Milliardeninvestitionen in die ESA. Die Pläne für einen Roboter, welcher Bauteile aufsammelt und samt dem Bauteil in der Atmosphäre verglüht, existieren bereits. Doch es würde genügen wenn die Bauteile in Richtung Erde geschleudert werden würden, auch dafür existieren Pläne. Doch die ESA macht mal wieder alles teurer als es sein ......
Ich finde es erschreckend, dass bei fast jedem Beitrag zum Thema Wissenschaft und Forschung Leute ankommen und erklären, dass es doch völlig überflüssig ist dafür Geld auszugeben - schließlich gäbe es doch so viel wichtigere Aufgaben... Natürlich verwenden diese Leute ihren Computer um per Internet diese Meinung kund zu tun. Warum sind Sie nicht wenigstens so konsequent und nehmen Papier und Feder, schreiben ihre Forderungen auf und nageln diese an die Kirchentür wie man es in der guten alten Zeit tat? Obwohl, damals gab es ja auch schon solche Spinner, die viel Staatsgeld ausgeben wollten um über den Ozean zu segeln. Völlig überflüssig, schließlich gab es in Europa doch genügend Hungersnöte, Seuchen und Kriege um die man sich hätte erstmal kümmern müssen. Wer braucht schon Amerika?
4. zu 1.
peet_neu 02.11.2012
Schrott einfach zurück zur Erde zu schleudern ist im All leider nicht so einfach. Muss der Absturz kontrolliert sein auf Grund anderer funktionierender Satelliten auf dem Weg zur Erde, so reicht ein unkontrolliertes Abstürzen wohl nicht. Selbst wenn ein Roboter entwickelt wird welcher dem Schrott den nötigen Stoß in Richtung Erde gibt, so bleibt die Frage was der Roboter danach selbst macht? Das Ändern einer Umlaufbahn zu Abfangen des nächsten Satelliten kosten Unmengen an Treibstoff. Diesen müsste man mit führen. Dazu hängt jede Umlaufbahn von der Masse und Geschwindigkeit des Objekts ab. Hätte der Roboter das falsche Gewicht, so würde er mit einer zu hohen oder zu niedrigen Geschwindigkeit sich dem Objekt nähern. Und jede Änderung der Geschwindigkeit kostet wie gesagt wieder Treibsoff. Ich finde es recht plausibel jeweils mit einer Rakete, einen Satelliten herunter zu holen.
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