US-Astronaut Scott Kelly geht in Rente

Er ist der US-Amerikaner, der die längste Zeit im All verbracht hat. Nach einem Jahr auf der ISS geht der Astronaut nun in Rente - und hat Lust, einen Ort zu besuchen, an dem er noch nicht war.

Astronaut Scott Kelly
AP/ NASA

Astronaut Scott Kelly


Scott Kelly hängt seinen Astronautenhelm an den Nagel.

Kurz nach dem Ende seiner letzten Mission im All hat der 52-jährige US-Astronaut angekündigt, in den Ruhestand zu gehen. Am 1. April werde er sich aus seinem derzeitigen Beruf zurückziehen, teilten Kelly und die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Freitag mit.

Laut einem Bericht der "Los Angeles Times" kommt diese Ankündigung nicht unerwartet. Bereits kurz nach seiner Ankunft sagte Kelly: "Ich bezweifle, dass ich noch einmal mit der Nasa ins All aufbrechen werde." Es gebe so viele talentierte Leute bei der Nasa, "es gibt keinen Grund für mich, noch einmal zu fliegen." Lieber würde er sich die Seen im Nordosten des Himalaya-Gebirges ansehen.

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An der Forschung zu seiner letzten Mission möchte er sich dennoch weiterhin beteiligen. Gemeinsam mit seinem russischen Kollegen Michail Kornijenko war Kelly Anfang März von der Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt. Ihr Aufenthalt in der Schwerelosigkeit hatte 340 Tage gedauert. Etwa doppelt so lange wie sonst üblich. Der fast einjährige Verbleib auf der ISS galt als Test für einen bemannten Flug zum Mars. Unter anderem ging es darum, zu sehen, wie der lange Aufenthalt in der Schwerelosigkeit sich auf den menschlichen Organismus auswirkt.

Kelly, der in seiner Karriere vier Mal in den Weltraum startete, ist derzeit der US-Amerikaner, der die meisten Tage im All verbracht hat. Zusammengezählt sind es 520.

Nasa-Chef Charles Bolden würdigte ihn als "einen der besten Astronauten in der Geschichte des Raumfahrt-Programms". Er könne sich derzeit niemanden vorstellen, der "ein wenig Ruhe und Zeit auf diesem Planeten mit Familie und Freunden so sehr verdient" habe.

Den Rekord über die meisten Tage im All hält derzeit der russische Kosmonaut Gennadi Iwanowitsch Padalka mit 878 Tagen im Weltraum.

bma/dpa

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