Nachschub für ISS US-Raumfrachter "Cygnus" explodiert beim Start

Ein Feuerball umhüllte den unbemannten US-Raumfrachter nur Sekunden nach dem Start: Die Rakete ist explodiert. "Cygnus" sollte Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS liefern.


Washington - Eine Rakete mit dem unbemannten US-Raumfrachter "Cygnus" ist Sekunden nach dem Start explodiert. Bilder zeigen einen Feuerball, der die Rakete umhüllt.

Es gab weder Tote noch Verletzte, berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf die Nasa.

Das Unglück ereignete sich sechs Sekunden nachdem die Rakete im US-Bundesstaat Virginia gezündet worden war, berichtet der TV-Sender der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Demnach hob der US-Raumfrachter um 18.22 Uhr (Ortszeit) im Weltraumbahnhof Walllops kurz ab, explodierte in der Luft und stürzte wieder auf die Erde. Beim Aufprall muss es den Bildern zufolge erneut zu einer Explosion gekommen sein: Die Aufnahmen zeigen, wie sich ein Feuerball auftürmt und Funken sprühen.

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Explosion beim Start: Gigantischer Feuerball
Der Raumfrachter des privaten Unternehmens Orbital Sciences sollte etwa 2,2 Tonnen Material zur Internationalen Raumstation ISS bringen - so viel wie bei keiner der bisherigen Missionen. Zur Fracht gehörten Essen für die auf der ISS stationierten Astronauten und wissenschaftliche Instrumente, darunter zahlreiche kleine Satelliten.

Erst am Montag musste ein Countdown nur zehn Minuten vor dem Start abgebrochen werden. Im Sommer hatte sich SPIEGEL ONLINE die Vorbereitungen eines solchen Starts angesehen:

AP/NASA, Bill Ingalls
In der ISS sind zurzeit sechs Raumfahrer stationiert. Drei von ihnen, darunter der Deutsche Alexander Gerst, sollen in zwei Wochen nach 165 Tagen auf der ISS zur Erde zurückkehren. Ihre Nachfolger, ein russischer Kosmonaut und zwei US-Astronauten, sollen zwei Wochen später auf der Raumstation eintreffen. "Die Mannschaft ist in keiner Gefahr", sagte Nasa-Topmanager William Gerstenmaier nach dem Unglück. Die Fracht an Bord von "Cygnus" sei für die Mannschaft der ISS "nicht unbedingt notwendig".

Private Unternehmen führen seit mehreren Jahren im Auftrag der Nasa Versorgungsflüge zur ISS aus, während die Astronauten mit russischen "Sojus"-Kapseln ins All gebracht werden. Die US-Raumfahrtbehörde stellte ihr eigenes Shuttle-Programm im Sommer 2011 nach drei Jahrzehnten vor allem aus Kostengründen ein, will aber wieder einsteigen - nicht zuletzt, um die derzeitige Abhängigkeit von Russland in der bemannten Raumfahrt zu beenden.

Orbital Sciences hat einen Vertrag im Umfang von 1,9 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) mit der Nasa geschlossen, der insgesamt acht Versorgungsmissionen vorsieht. Dieser Flug hätte der vierte werden sollen.

"Wir werden hoffentlich bald verstehen, was passiert ist", sagte der Chef von Orbital Science Frank Culbertson nach der Explosion. "Wir haben das in unserer Branche alle schon erlebt, und wir haben gesehen, wie sich andere Teams davon erholt haben - und das werden wir auch."

sun/vet/dpa/AFP



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