Venus-Sonde und Sonnensegel: Doppelstart erfreut Japans Raumforscher

Ultradünn und beklebt mit Solarzellen: Mit einem 20-Meter-Sonnensegel wollen japanische Forscher ein alternatives Antriebskonzept für Raumsonden testen. Außerdem brachten sie eine Venus-Forschungssonde erfolgreich auf den Weg.

AFP / Jaxa

Tokio - Segeln mit der Kraft der Sonne. Was sich etwas verwegen anhört, ist ein lang gehegter Traum vieler Raumfahrtenthusiasten. Mit Hilfe riesiger Sonnensegel wollen sie Forschungssonden billig und effektiv antrieben. Die Photonen des Sonnenwindes, so die Idee, sollen einen regelmäßigen Druck auf das Segel ausüben - und die Sonde langsam, aber stetig beschleunigen.

Die japanische Weltraumagentur Jaxa probiert solch ein Konzept nun in der Praxis aus. "Ikaros" heißt der kleine Flugkörper, der am Freitag an Bord einer H-IIA-Trägerrakete vom Weltraumzentrum Tanegashima im Süden Japans abhob. "Die Rakete fliegt normal", teilte Jaxa 20 Minuten nach dem Start mit.

"Ikaros" ("Interplanetary Kite-craft Accelerated by Radiation of the Sun") will sowohl den Druck der Photonen als auch die elektrische Energie von Dünnschichtsolarzellen nutzen. Diese sind auf dem gerade einmal 0,0075 Millimeter dicken Kunststoffsegeln mit einem Durchmesser von 20 Meter angebracht.

Sollte die Mission erfolgreich sein, könnte sie laut Jaxa den Weg für zukünftige Hybridantriebe für interplanetare Missionen ebnen. Ein zweites Sonnensegel, dann mit 50 Meter Durchmesser, wollen die Forscher in einigen Jahren ins All schicken.

Der mit "Ikaros" ins All beförderte Satellit "Akatsuki" soll den Orbit des Planeten Venus im Dezember erreichen. Zwei Jahre lang soll er die Atmosphäre der Venus erkunden und auf einer elliptischen Bahn den Planeten im Abstand von 300 bis 80.000 Kilometern umkreisen. Japan erhofft sich von der Mission unter anderem Aufschluss darüber, wie auf der Venus Sturmböen mit Geschwindigkeiten von hundert Metern pro Sekunde entstehen können.

chs/afp/ap/dpa

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