Vor 40 Jahren Eine Frau eroberte den Weltraum

Am 16. Juni 1963 hatte das angeblich schwache Geschlecht seinen ersten Auftritt im All. Doch auch nach dem Flug der Kosmonautin Valentina Tereschkowa blieb die Weltraumfahrt lange Männersache.


Kosmonautin Tereschkowa: Bei der Landung die Nase gestoßen
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Kosmonautin Tereschkowa: Bei der Landung die Nase gestoßen

Vor 40 Jahren mussten die Amerikaner eine weitere Schlappe im Weltraum-Wettlauf hinnehmen: Am 16. Juni 1963 startete vom kasachischen Baikonur aus die "Wostok 6" ins All - mit der ersten Raumfahrerin der Welt an Bord. Zwei Jahre nach Juri Gagarin durfte Valentina Tereschkowa beweisen, dass Weltraumreisen keine reine Männersache sind.

Besonders gut ging es der Pionierin auf dem strapaziösen dreitägigen Flug nicht: Ihr sei mehrfach schlecht gewesen, und bei der holprigen Landung habe sie sich die Nase gestoßen, gestand die heute 66-Jährige in einem am Montag ausgestrahlten Fernsehinterview. Anmerken ließ sich die erste Frau im All dennoch nichts: "Wir hatten eine Abmachung", so Tereschkowa. "Wenn nach den ersten 24 Stunden alles gut lief, durfte ich weitere zwei Tage fliegen."

Trotz unkomfortabler Bedingungen - die Kosmonautin musste die drei Tage in der nur 2,2 Meter breiten Kapsel festgeschnallt zwischen Instrumenten und Lebenserhaltungssystemen verbringen - bewies Tereschkowa mit ihrer historischen Reise die Überlegenheit des sowjetischen Raumfahrtprogramms zu dieser Zeit: Als die damals 26-Jährige nach 48 Erdumrundungen und fast 71 Stunden landete, war sie länger im Weltraum gewesen als alle US-Astronauten des "Mercury"-Programms zusammen.

Am Geschlechterverhältnis im All änderte die Pioniertat indes wenig: Die nächste russische Kosmonautin, Swetlana Sawizkaja, startete erst am 19. August 1982. Obwohl schon beim "Mercury"-Programm Frauen als Astronautinnen ausgebildet worden waren, ließ die erste Weltraumreise einer Amerikanerin bis 1983 auf sich warten. Am 18. Juni, fast auf den Tag genau 20 Jahre nach Tereschkowa, hob Sally Ride mit dem Space Shuttle "Challenger" ab. Den Kommandantenplatz einer Raumfähre eroberte erst 1999 die Astronautin Eileen Collins.



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