40 Jahre "Voyager"-Sonden Hinterm Sonnensystem geht's weiter

Seit fast 40 Jahren fliegen die "Voyager"-Sonden und senden immer noch täglich Daten aus unserem Sonnensystem und dem interstellaren Raum. Auf ihrer Reise stellten sie zahlreiche Rekorde auf. Ein Blick zurück - und nach vorn.

REUTERS/ NASA/ JPL-Caltec

Knapp 21 und 18 Milliarden Kilometer legen die Daten inzwischen zurück: So weit ist der Weg von "Voyager 1" und "Voyager 2" aus dem Weltall bis in die Datenbanken der US-Weltraumbehörde Nasa. Seit bald 40 Jahren senden die Raumsonden unablässig Aufzeichnungen, Messdaten und Bilder, Temperaturerfassungen, Sonnenwindanalysen und Magnetfeldbestimmungen - und stellen dabei immer neue Rekorde auf.

Mit einem solchen Erfolg hatte 1977 niemand gerechnet. Es war das Jahr, in dem Abba "Knowing Me, Knowing You" sang, in dem Jimmy Carter die USA regierte und Helmut Schmidt Bundeskanzler in Deutschland war. Erste PC wurden vorgestellt, es waren klobige Modelle wie der Commodore Pet.

"Niemand von uns wusste, als wir vor 40 Jahren starteten, dass heute noch irgendetwas davon funktionieren würde", sagt Ed Stone, ein am "Voyager"-Projekt beteiligter Wissenschaftler aus Pasadena (US-Bundesstaat Kalifornien).

Obwohl mehr als die Hälfte der Instrumente an Bord mittlerweile defekt und deaktiviert ist, sendet die Technologie von damals noch heute Daten aus den Fernen unseres Sonnensystems, seit einigen Jahren sogar aus dem interstellaren Raum jenseits der Heliosphäre.

Beide Sonden bestehen aus einer Aluminium-Zelle, in der sich ein Großteil der Elektronik befindet. Die wissenschaftlichen Messinstrumente sind auf einem Arm befestigt, Energie erhalten die Geräte von drei Radionuklidbatterien.

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40 Jahre "Voyager"-Sonden: Monde entdeckt, Ringe fotografiert, interstellaren Raum erreicht

Abschied in den interstellaren Raum

Seit ihrem Start am 20. August 1977 ("Voyager 2") und am 5. September 1977 ("Voyager 1") haben die Sonden zahlreiche Rekorde aufgestellt. Nur eine kleine Auswahl:

  • Als erstes Raumfahrzeug hat die "Voyager 1" unser Sonnensystem verlassen und befindet sich seit einigen Jahren im interstellaren Raum.
  • Zusammen haben die Sonden 24 Monde von Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun entdeckt und Blitze auf dem Jupiter und Vulkanaktivität auf dem Jupiter-Mond Io beobachtet.
  • Die "Voyager 2" ist die am längsten arbeitende und die "Voyager 1" die am weitesten von der Erde entfernte Sonde.
  • Sie sind außerdem die ersten Raumfahrtzeuge, die Fehler im eigenen System erkennen und beheben können.

Doch langsam, aber sicher geben auch die verbleibenden Geräte ihren Geist auf: Jedes Jahr nimmt die Leistung um vier Watt ab. Die Nasa-Ingenieure müssen daher lernen, wie die Sonden weiter arbeiten können - und sind dabei auch auf Wissenschaftler angewiesen, die die Technologien aus den Siebzigerjahren verstehen.

Trotzdem, so schätzt das "Voyager"-Team, wird das letzte Instrument voraussichtlich im Jahr 2030 ausgeschaltet werden. "Aber selbst wenn die Sonden keine Daten mehr schicken", schreibt die Nasa, "werden sie weiterhin ihren Flugbahnen mit einer Geschwindigkeit von rund 48.000 Stundenkilometern folgen."

Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Ortsangaben zu Vulkanaktivität und Blitzen korrigiert.

hei

insgesamt 136 Beiträge
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Seite 1
Knüppeldick 03.08.2017
1. Vulkanaktivität auf dem Saturn?
Das hätte ich gerne nochmal genauer erklärt.
Markus123 03.08.2017
2.
Vielleicht lernen wir irgendwann von anderen Wesen unser destruktives Verhalten zu ändern. Live long and prosper!
Thoregon 03.08.2017
3. Ist denn
Zitat von KnüppeldickDas hätte ich gerne nochmal genauer erklärt.
Ihr Google kaputt? Dort werden Sie geholfen.
spiegelallerlei 03.08.2017
4.
Wenn ich von den Vogayer-Sonden lese, muss ich immer an irgendeinen StarTrek-Film denken, wo ein Klingonenschiff die Sonde zerstört...
Olaf 03.08.2017
5.
Die Sonden werden höchstwahrscheinlich älter werden als die Erde selbst. Wenn sich die Sonne zum Roten Riesen aufgebläht und die Erde verbrannt hat, werden sie immer noch durch das Universum gleiten.
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