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Web-Video: Lego-Shuttle erobert die Stratosphäre

Von Martin Heller und

Völlig losgelöst fliegt das Raumschiff... Ein 18-jähriger Schüler aus Rumänien hat einen Heliumballon samt Lego-Shuttle in die Stratosphäre geschickt. Eine Kamera hat den faszinierenden Flug gefilmt.

Oaida Raul

Oaida Raul wurde offenbar auf dem falschen Fuß erwischt. "Moment, ich bin gerade im Klassenzimmer", flüstert der 18-Jährige ins Handy. Nachdem der junge Rumäne den Raum verlassen und einen Rechner aufgespürt hat, kann er endlich von seinem Raumfahrtexperiment berichten.

Was Raul an Silvester auf einem Acker bei Lauda-Königshofen in Baden-Württemberg in den Himmel aufsteigen ließ, schlägt jetzt Wellen im Web. Denn der Schüler hat ein Video ins Internet gestellt - und was für eines.

Man sieht ein Lego-Raumschiff, es schwebt empor bis in die Stratosphäre, 35 Kilometer über der Erde sollen es gewesen sein. Eine GoPro-Kamera liefert gestochen scharfe Bilder. Man sieht himmlische Farben, es sind bizarre Aufnahmen. Auf den ersten Blick glaubt der Zuschauer an ein Fake, eine Montage. Unbeholfen taumelt der Lego-Flieger umher. Er hängt an Bändern, es sieht aus wie ein Puppenspiel am Himmel.

Die wichtigsten Bausteine für Rauls Mission: ein Heliumballon, eine Styroporkiste, eine Kamera, die besagten Bänder, ein GPS-Sender, ein kleiner Fallschirm und natürlich das Spielzeug-Shuttle. Oaida Raul zeigt es im Skype-Interview vor seinem Schulcomputer. Die Lego-Rakete ist jetzt berühmt, vielleicht will er sie bei Ebay versteigern.

Mit dem Ballon stieg das Raumschiff in den Himmel, bis der Ballon platzte. Dann schwebten die Lego-Rakete und die Kamera in der schützenden Styroporbox am Fallschirm wieder zur Erde zurück. Der GPS-Sender half Raul beim Aufspüren der Teile.

Schon im Februar 2011 hatten britische Studenten eine Kamera mit einem heliumgefüllten Ballon in die Stratosphäre geschickt. Sie erreichte eine Höhe von 37 Kilometern. Im Januar 2012 sorgten zwei 17-Jährige aus Kanada mit einem ähnlichen Experiment für Aufsehen: Die beiden schickten einen Lego-Mann in die Stratosphäre. Für ihn war nach etwa 24 Kilometern Schluss, er landete 120 Kilometer vom Startpunkt entfernt.

Oaida Raul musste fast doppelt so weit in südöstliche Richtung fahren, um sein Raumschiff in einem Waldstück aus dem Schnee zu ziehen. Die Landung haben Spielzeug und Kamera gut überstanden.

Warum hat er eigentlich Deutschland als Startplatz für ein rumänisches Lego-Shuttle ausgewählt? Zum einen arbeitet sein Vater in Lauda-Königshofen, einer Kleinstadt im Main-Tauber-Kreis. Und dann ist da noch die Flugsicherung in Rumänien. Die Behörde sei streng, eine Starterlaubnis zu bekommen, sei nahezu unmöglich. In Deutschland sei das leichter, da stimmen die Rahmenbedingungen für junge Hobbyphysiker.

Auch das nächste Experiment will Raul auf dem Acker in Lauda-Königshofen starten. Im Internet sammelt er Spenden für diese Mission. Knapp 4000 Euro müssen zusammenkommen. Was er dann in Richtung Mond und Sterne schießen will? "Top secret", sagt der Bastler. Selbst seine Spender wissen das nicht. Nur so viel verrät er: "Es hat etwas mit Lego zu tun, und es wird sehr groß!"

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1.
almeo 10.03.2012
Man könnte jetzt natürlich sagen: "Und was hat es gebracht?", aber auch wenn es jetzt schon der duppzigste Gegenstand ist, der so an den Rand des Weltalls kommt - ich finde es noch immer faszinierend. Könnte mir sowas durchaus auch als Schulprojekt für eine Projektwoche vorstellen....
2. Klasse
felisconcolor 10.03.2012
Zitat von sysopOaida Raul"Völlig losgelöst fliegt das Raumschiff..." An diese Songzeile denkt der Zuschauer sofort beim Anblick des Web-Video von Oaida Raul. Der 18-jährige Schüler aus Rumänien hat einen Heliumballon samt Lego-Shuttle in die Stratosphäre geschickt. Eine Kamera hat den faszinierenden Flug gefilmt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,820389,00.html
ich freue mich immer über Menschen, besonders junge Menschen, die sagen "es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen" Und eben ihre Träume wahr machen. Glückwunsch zur gelungenen Mission.
3. Lego ist das allerbeste Spielzeug zur Förderung der Kreativität
doytom 11.03.2012
Zitat von sysopOaida Raul"Völlig losgelöst fliegt das Raumschiff..." An diese Songzeile denkt der Zuschauer sofort beim Anblick des Web-Video von Oaida Raul. Der 18-jährige Schüler aus Rumänien hat einen Heliumballon samt Lego-Shuttle in die Stratosphäre geschickt. Eine Kamera hat den faszinierenden Flug gefilmt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,820389,00.html
Lego ist das allerbeste Spielzeug zur Förderung der Kreativität was auf dem Spielzeugmarkt existiert. Es fasziniert einen immer wieder was man mit Lego alles machen kann, von Stop Motion Filme über prächtige kreative Konstruktionen als auch ein LEgomännchen und ein Legoshuttle an den Rand des Universum zu vefördern. Da wird sogar das kleinste Kind in uns zum grossen Genie und Kreativen, Lego sei Dank und seinem Erfinder.
4. Karriere
kaninchenfurz 12.03.2012
Klasse, dieser Junge macht Karriere!!
5.
BPARiedl 12.03.2012
Zitat von doytomLego ist das allerbeste Spielzeug zur Förderung der Kreativität was auf dem Spielzeugmarkt existiert. Es fasziniert einen immer wieder was man mit Lego alles machen kann, von Stop Motion Filme über prächtige kreative Konstruktionen als auch ein LEgomännchen und ein Legoshuttle an den Rand des Universum zu vefördern. Da wird sogar das kleinste Kind in uns zum grossen Genie und Kreativen, Lego sei Dank und seinem Erfinder.
Wir leben unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht den gleichen Horizont... ;-)
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