Weder Stern noch Planet Nasa-Teleskop erspäht zwei mysteriöse Himmelskörper

Zwei mit dem "Kepler"-Teleskop entdeckte Himmelskörper lassen Astronomen rätseln: Sie umkreisen wie Planeten einen Stern - aber auf ihnen ist es viel heißer als auf der Oberfläche der Sonne.


Fotostrecke

5  Bilder
"Kepler"-Teleskop: Auf der Jagd nach Exoplaneten

Washington - Das Weltraumteleskop "Kepler" hat zwei rätselhafte Himmelskörper entdeckt, die wegen ihrer Größe und Temperatur weder Stern noch Planet sind. Beide umkreisen einen eigenen Stern, wie der Nasa-Wissenschaftler Bill Borucki auf dem Treffen der American Astronomical Society in Washington erklärte.

Sie sind mit mehr als 14.000 Grad Celsius deutlich heißer als diese Sterne und außerdem größer und heißer als die Planeten in unserem Sonnensystem. Der Astrophysiker Jon Morse bezeichnete sie als "heiße Begleiter". "Das Universum macht seltsame Sachen, seltsamer als wir sie uns ausdenken können", sagte er.

Die Himmelskörper entsprechen keiner Definition bislang bekannter astronomischer Objekte. Bislang existieren zwei Theorien: Rowe glaubt, dass es sich um neu entstandene Planeten mit einem Alter von rund 200 Millionen Jahren handelt. Ronald Gilliland vom Space Telescope Science Institute erklärte hingegen, die Himmelskörper seien womöglich sogenannte Weiße Zwerge, also sterbende kleine Sterne.

Das "Kepler"-Teleskop, das im März seine wissenschaftliche Arbeit aufgenommen hat, soll in einem entlegenen Winkel der Milchstraße nach erdähnlichen, möglicherweise bewohnbaren Planeten suchen. Das Teleskop ist mit einer 95-Megapixel-Kamera ausgestattet und soll insgesamt drei Jahre arbeiten. Bislang hat "Kepler" fünf Exoplaneten aufgespürt, auf denen Leben aber praktisch ausgeschlossen ist.

Vier der entdeckten Planeten sind wesentlich leichter, aber deutlich größer als Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Der fünfte Exoplanet, Kepler-7b, fällt etwas aus dem Rahmen: Er hat die Dichte von Kork.

hda/APD/AP



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.