9,3 Milliarden Lichtjahre weit weg Astronomen erspähen entferntesten Stern

Rekordentdeckung im All: In den Weiten des Universums haben Wissenschaftler einen Stern ausfindig gemacht, der weiter von der Erde entfernt ist als alle bisher bekannten.

2011 konnte man "Ikarus" noch nicht erkennen, 2016 ist er im "Hubble"-Teleskop  zu sehen
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2011 konnte man "Ikarus" noch nicht erkennen, 2016 ist er im "Hubble"-Teleskop zu sehen


9,3 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt haben Astronomen mit Hilfe des "Hubble"-Weltraumteleskops einen Stern entdeckt. Er zählt zur Kategorie der blauen Überriesen und gehört zu einer Spiralgalaxie. Das Forscherteam um Patrick Kelly nannte ihn "Ikarus". Er leuchte heller als die Sonne und sei mindestens doppelt so heiß, so die Forscher.

Weil das Licht so lange brauchte, um die Erde zu erreichen, ist der Blick zu "Ikarus" gleichzeitig ein Blick in die Vergangenheit, der zurückreicht bis ins erste Drittel der Entstehung des Universums.

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"Wir werden jetzt in der Lage sein, detailliert zu erforschen, wie das Universum in den Anfangsjahren aussah und wie die erste Sternengeneration entstand", sagte Kelly. Er selbst habe den Stern MACS J1149+2223 eigentlich "Warhol" nennen wollen, nach dem US-Künstler Andy Warhol. Aber sein Vorschlag habe den Kollegen nicht gefallen, und so habe man sich auf "Ikarus" geeinigt, inspiriert von der griechischen Sage.

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Der nun entdeckte Stern ist allerdings nicht das am weitesten entfernte Objekt, das Astronomen erspäht haben. Den absoluten Rekord hält derzeit die Galaxie mit der Katalognummer GN-z11. Ihr Licht scheint aus einer Entfernung von 13,4 Milliarden Lichtjahren zu uns, es war daher auch 13,4 Milliarden Jahre unterwegs.

Sehr viel weiter können Astronomen nicht schauen: Das Universum ist erst 13,8 Milliarden Jahre alt. Entdeckt wurde die Rekordgalaxie GN-z11 wie auch der Stern "Ikarus" mit dem Weltraumteleskop "Hubble".

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Die junge Galaxie aus den Kindertagen des Kosmos ist den Beobachtungen zufolge 25-mal kleiner als unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, und leuchtet überraschend hell. Sie besitzt zwar nur ein Prozent der Sterne unserer Galaxie, wächst aber schnell: Ihre Sternproduktion ist 20-mal so hoch wie die der Milchstraße.

vet/dpa/Reuters



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