Weltraum-Mysterium: Schwarzes Loch erleuchtet grüne Wolke

Eine grüne Wolke gilt als eines der mysteriösesten Objekte im All. Jetzt hat das Weltraumteleskop "Hubble" die merkwürdige Erscheinung ins Visier genommen - und eine Erklärung ermöglicht. Die Ursache des gespenstischen Leuchtens liegt demnach außerhalb der Wolke.

Grüne Wolke: "Hubble"-Teleskop schießt erstes Foto Zur Großansicht
NASA / ESA / William Keel / University of Alabama / Galaxy Zoo Team

Grüne Wolke: "Hubble"-Teleskop schießt erstes Foto

650 Millionen Lichtjahre entfernt von der Erde wabert eine grüne Wolke im All. Seit die niederländische Lehrerin Hanny van Arkel sie 2007 entdeckt hat, rätseln Astronomen über das Himmelsphänomen. Nun gelang mit dem Weltraumteleskop "Hubble" ein erstes hoch aufgelöstes Bild von "Hanny's Voorwerp", wie die Wolke heißt. "Voorwerp" ist niederländisch für "Gegenstand".

Der Schnappschuss des Weltraumteleskops, den Forscher um Kevin Schawinski von der Yale University in den USA jetzt auf dem Treffen der American Astronomical Society in Seattle gezeigt haben, gibt Aufschluss über das grüne Mysterium. Demnach scheint die grüne Wolke eine Sternenwiege zu sein: In ihr sammeln sich zahlreiche Jungsterne. Manche seien nicht älter als eine Millionen Jahre, wie das Wissenschaftsmagazin "Science" berichtet. Sie entstünden beim Kollaps von Gaswolkenarealen, erläutert die Europäische Weltraumbehörde Esa.

Die Regionen mit jungen Sternen erscheinen auf dem "Hubble"-Foto gelblich; sie liegen am Rand der grünen Wolke. Diese erhalte ihre Farbe von einer benachbarten Galaxie, erklärt Schawinski. Die Galaxie IC 2497 - ein sogenannter Quasar - sende Strahlung ins All, die Sauerstoffteilchen zum Leuchten bringe. Die Galaxie ist am oberen Rand des "Hubble"-Fotos als helle Scheibe zu erkennen.

Ihre Strahlung entstehe, wenn ein Schwarzes Loch in ihrer Mitte Sterne verschlinge, so die Wissenschaftler. Doch dem Schwarzen Loch gehe offenbar die Nahrung aus: Die gemessene Röntgenstrahlung von IC 2497 zeige, dass das Schwarze Loch nicht mehr aktiv sei. Das grüne Glimmen von "Hanny's Vorwerp" werde folglich bald erlöschen.

boj

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Herrjeh, Douglas Adams hatte Recht!
Lennard Green 11.01.2011
Unfassbar, aber es handelt sich bei der Wolke unzweifelhaft um den großen grünen Arkel-Anfall... Mister Adams war also nicht nur SF-Autor, sondern auch noch Hellseher! Schlechte Karten, Leute: vielleicht ist die Ankunft des großen, weißen Taschentuchs schon näher als wir ahnen!
2. Tja...
Layer_8 11.01.2011
Zitat von sysopEine grüne Wolke gilt als eines der mysteriösesten Objekte im All. Jetzt hat das Weltraumteleskop "Hubble" die merkwürdige Erscheinung ins Visier genommen - und eine Erklärung ermöglicht. Die Ursache des gespenstischen Leuchtens liegt demnach außerhalb der Wolke. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,738858,00.html
...jetzt weiß ich wieder, warum ich mal Kernphysik/Astronomie studiert habe. Werde mir mal die Originalveröffentlichung genauer anschauen... Wie sagte/wird Mr. Spock sagen? Faszinierend...
3. "Seit der niederländische Lehrer...
waldemar.l. 11.01.2011
Zitat von sysopEine grüne Wolke gilt als eines der mysteriösesten Objekte im All. Jetzt hat das Weltraumteleskop "Hubble" die merkwürdige Erscheinung ins Visier genommen - und eine Erklärung ermöglicht. Die Ursache des gespenstischen Leuchtens liegt demnach außerhalb der Wolke. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,738858,00.html
...Hanny van Arkel sie 2007 entdeckt hat." Ein bildhübscher grüner Nebel und ein(e) ebenso hübsche(r) Lehrer(in)!!! http://www.google.de/images?hl=&q=hanny+van+arkel&rlz=1B3MOZA_enDE341DE341&um=1&ie=UTF-8&source=univ&ei=sYksTfHWKsbysgajrdSDCA&sa=X&oi=image_result_group&ct=title&resnum=1&ved=0CCQQsAQwAA
4. Zweifellos
RWagner 12.01.2011
Zitat von Lennard GreenUnfassbar, aber es handelt sich bei der Wolke unzweifelhaft um den großen grünen Arkel-Anfall... Mister Adams war also nicht nur SF-Autor, sondern auch noch Hellseher! Schlechte Karten, Leute: vielleicht ist die Ankunft des großen, weißen Taschentuchs schon näher als wir ahnen!
da das Ding von 'Hanny van Arkel' entdeckt wurde: Damit sind auch alle kosmologische Probleme erledig. Das Ding da hat das ganze Universum einfach ausgeniest.
5. A.d.
SNA 12.01.2011
Zitat von RWagnerda das Ding von 'Hanny van Arkel' entdeckt wurde: Damit sind auch alle kosmologische Probleme erledig. Das Ding da hat das ganze Universum einfach ausgeniest.
Kommen Sie etwa von Viltwodl VI? Interessant. Ich wollte immer schon einen Jatravartiden kennenlernen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Weltall
RSS
alles zum Thema Hubble-Weltraumteleskop
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 15 Kommentare
Fotostrecke
"Hubble"-Teleskop: Faszinierende Fotos zum Jubiläum

Fotostrecke
Neue Fotos: "Hubble" reloaded
"Hubbles" bewegte Geschichte
April 1990
An Bord der Raumfähre "Discovery" wird "Hubble" ins All geschossen. Benannt ist das Teleskop nach dem 1953 gestorbenen US-Astronomen Edwin Hubble.
Juni 1990
"Hubble" sorgt zunächst für eine große Enttäuschung. Das Gerät liefert nur unscharfe Bilder. Der Hauptspiegel des Teleskopes war defekt. Durch einen falsch geschliffenen Messstab kam es zu einer Abweichung von 1,3 Millimetern - für optische Präzisionsgeräte fatal. Der Fehler verhinderte die Fokussierung, so dass die lang ersehnten Bilder aus dem All zunächst völlig nutzlos waren. John Campbell, Chef des Flug-Direktoriums, erinnerte sich später: "Die Häme ging so weit, dass man damals nicht zugab, Mitarbeiter der Hubble-Mission zu sein."
1993
Die Reparaturarbeiten beginnen. Astronauten der Raumfähre "Endeavour" installieren Linsen, die "Hubbles" Sehschwäche korrigieren. Fünf Tage lang reparierte die Besatzung und verhinderte so, dass der sehschwache Krüppel zum Milliarden-Flop wurde. US-Astronom Edwin Turner nannte die Mission damals "ein gewaltiges Vabanquespiel".
1995
"Hubble" liefert sensationelle Bilder aus dem sogenannten Adlernebel. Nie zuvor gab es so genaue Einblicke in die Geburt von Sternen.
1997-2002
Drei weitere Instandsetzungsmission finden statt.
2004
Die fünfte und letzte geplante Instandsetzungsmission wird nach der Explosion der "Columbia" abgesagt. Das "Hubble"-Projekt wird ausgesetzt.
2006
Die NASA nimmt das Projekt wieder auf und plant zunächst eine Roboter-Mission, um "Hubble" auf den neuesten Stand zu bringen.
2008
"Hubble" fällt aus und sendet vorübergehend keine Bilder. Durch den Ausfall verzögert sich der letzte Flug zu dem Teleskop um sieben Monate.
2009
Die lange umstrittene Reparatur von "Hubble" wird im Mai endlich durchgeführt. Astronauten der Raumfähre "Atlantis" ersetzen kaputte Teile und rüsten das Teleskop auf. Die Operation war ein voller Erfolg: Im September veröffentlichen Astronomen die ersten Fotos nach der Reparatur -: sie sind spekakulär.
Nach 2020
Mit einem Sturz in den Pazifik soll die Geschichte des "Hubble"-Teleskops enden.