Weltraum-Toilette Nasa ruft zu Urin-Spenden auf

Das "Orion"-Raumschiff ist der neue Stolz der Nasa und soll die alten Shuttle ablösen. Zurzeit erprobt die US-Weltraumbehörde Nasa die Toilette des neuen Raumfahrzeugs, wofür sie große Mengen Urin braucht. Deshalb bittet sie die Angestellten nun um Spenden.


Nicht spülen - spenden! Für die Erprobung der Toilette ihrer neuen Rakete hat die US-Weltraumbehörde Nasa jetzt öffentlich um Urin-Spenden bei Mitarbeitern gebeten.

Auf der Seite www.nasawatch.com werden Angestellte des Johnson Space Center in Houston im US-Bundesstaat Texas aufgerufen Urin zu spenden: "Im Rahmen des Orion-Programms wird es eine Urin-Sammlung vom 21. Juli bis zum 31. Juli 2008 geben", heißt es auf der Seite. "Wir suchen Spender, um den großen täglichen Bedarf an Urin zu decken."

Das neue Raumschiff "Orion" soll die alten Space-Shuttle ablösen, die bis zum Jahr 2010 ausgemustert werden sollen. "Orion" wird allerdings frühestens 2014 zur Verfügung stehen und Flüge zum Mond ermöglichen. Es stellt eine Abkehr vom Shuttle-Design dar: Wie früher beim "Apollo"-Programm werden die Astronauten wieder in einer Kapsel auf der Spitze einer Rakete sitzen - und nicht seitlich am Haupttank zweier Booster-Raketen.

Für die Erprobung der Toilette braucht John Lewis, der die lebenserhaltenden Systeme von "Orion" entwickelt, enorme Mengen der gelben Flüssigkeit: 30 Liter. Pro Tag.

"Urin ist voller fester Partikel", sagte Lewis dem US-Nachrichtensender CNN. Diese Bestandteile verstopften unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit das Abflusssystem. Das Abwasserbeseitigungssystem in Takt zu halten, sei daher eine Herausforderung, erklärte der Sanitärfachmann der Weltraumbehörde.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Nasa in Sachen Urin auf ihre Mitarbeiter zurückgreift, um ihre Weltraum-Toiletten zu testen. Begründung: "Man kann Urin einfach nicht künstlich herstellen", sagt Lewis.

lub



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