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Indischer Ozean: Weltraumschrott soll vor Sri Lanka abstürzen

Strand von Sri Lanka: Einsturz 65 Kilometer vor der Südküste Sri Lankas erwartet. Zur Großansicht
REUTERS

Strand von Sri Lanka: Einsturz 65 Kilometer vor der Südküste Sri Lankas erwartet.

Astronomen sagen den Aufprall eines einen Meter großen Weltraumtrümmerteils für Freitag vorher. Für Fischer vor Sri Lanka bestehe äußerst geringes Risiko.

Ein Stück Weltraumschrott wird nach Angaben der Europäischen Weltraumagentur (Esa) am Freitag in die Atmosphäre zurückkehren und in Gewässern im Hoheitsbereich von Sri Lanka niedergehen.

Für Menschen bestehe äußerst geringes Risiko. Mit dem Eintritt in die Atmosphäre ist laut dem Esa-Observatorium in Paris gegen 07.18 deutscher Zeit zu rechnen. Fischer in der Region sollten die betroffene Zone um die Mittagszeit aus Sicherheitsgründen meiden.

Das laut Esa im Durchmesser maximal einige Meter große Teil werde überwiegend verglühen, der Rest werde etwa 65 Kilometer vor der Südküste Sri Lankas ins Meer stürzen.

Die Wissenschaft verspreche sich von dem Ereignis dagegen bessere Erkenntnisse darüber, wie Objekte beim Kontakt mit der Erdatmosphäre reagieren, teilte die Esa mit. Astronomen wollen das Ereignis unter anderem aus einem Flugzeug heraus beobachten. Ein Schiff der Landesmarine soll zudem versuchen, Überreste des Teils aufzusammeln.

Ereignis für Wissenschaftler

Das Teil namens WT1190F war 2013 entdeckt und zunächst für einen Asteroiden gehalten worden. Später wurde deutlich, dass es sich um Weltraumschrott handelt.

Weltraumschrott wird zunehmend zur Gefahr: Zehntausende Trümmerteile rasen durch den Erdorbit. Selbst kleine Teile können Satelliten zerstören, größere gar auf die Erde stürzen. Eine katastrophale Kollision wäre jederzeit möglich, vor allem mit Satelliten.

Die immer größere Menge an Weltraumschrott hat dem Technologie- und Rüstungskonzern Lockheed Martin in den USA jüngst einen Auftrag in Höhe einer knappen Milliarde US-Dollar beschert. Die US-Regierung betraute das Unternehmen damit, einen neuen sogenannten Space Fence - übersetzt "Weltraum-Zaun" - zu entwickeln. Dabei handelt es sich um ein Radarsystem, das von der Erde aus Tausende Stücke Weltraumschrott lokalisieren soll.

Auch Japan geht gegen Weltraumschrott vor. Forscher des Landes testen eine neue Methode testen, um den Müll vom Himmel zu holen: Einen Schrottangler-Satelliten.

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17  Bilder
Weltraumschrott: Rasende Geschosse im Orbit

boj/AFP

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