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Wettrüsten im All: China startet Navigationssatelliten

China hat erfolgreich einen weiteren Satelliten für ein eigenes Navigationssystem ins All geschossen. Damit gerät das ebenfalls im Aufbau befindliche europäische Navigationsnetz Galileo in Bedrängnis: Wer die knappen Funkfrequenzen zuerst besetzt, darf sie behalten.

Chinesische Trägerrakete (Archivbild): Eine Changzheng brachte den Satellit ins All Zur Großansicht
dpa

Chinesische Trägerrakete (Archivbild): Eine Changzheng brachte den Satellit ins All

Peking - Mission geglückt: Eine chinesische Rakete vom Typ "Langer Marsch" hat am Sonntag erfolgreich einen Navigationssatelliten in die Umlaufbahn gebracht. Der Start erfolgte kurz nach Mitternacht Ortszeit vom Raumfahrtbahnhof in Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan, wie amtliche chinesische Medien berichteten. Es ist der dritte Satellit für das "Kompass" (Beidou) genannte chinesische Navigationssystem.

China will in Zukunft unabhängig sein vom Global Positioning System (GPS) der USA, das in dem Land aus Sicherheitsgründen extra ungenaue Daten liefert, und von Russlands Satellitennetz "Glonass". Das neue Netz ist Ausdruck eines sich verschärfenden militärischen Wettbewerbs im Weltraum. Unter anderem geht es China dabei um die strategische Kontrolle der Weltmeere und die Fähigkeit, Raketen punktgenau auf weit entfernte Ziele zu lenken.

Das chinesische Navigationssystem steht auch in direkter Konkurrenz zum europäischen Galileo-Projekt, da China und die Europäer die gleiche Frequenz reserviert haben. Wer sie als erster benutzt, kann sie auch halten. Da die Chinesen den Europäern in der Entwicklung voraus sind, wird in Brüssel von einem "ernsten Problem" gesprochen. Das Navigationssystem Galileo soll 2014 an den Start gehen.

China will zwei Jahre schneller sein: "Kompass" soll bereits 2012 in Asien und in der Pazifikregion Navigation und andere Dienste anbieten, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Bis 2020 sollen 35 Satelliten ein weltumspannendes Netz errichtet haben.

ore/dpa

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