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Wissenschaftliche Untersuchung: Forscher diskutieren über Bakterien auf Raumstation ISS

Astronaut Kelly an der ISS: 7 Stunden und 16 Minuten im Außeneinsatz Zur Großansicht
AFP/NASA TV

Astronaut Kelly an der ISS: 7 Stunden und 16 Minuten im Außeneinsatz

Ein Bakterienfund auf der Internationalen Raumstation ISS sorgt für Schlagzeilen: Auf der Erde seien die Erreger zwar harmlos, berichtet ein US-Wissenschaftsjournal. Doch unter den extremen Bedingungen im Weltraum könnten sie gefährlich werden.

Auf der Internationalen Raumstation ISS sind Bakterien gefunden worden, deren Natur es ist, Krankheiten auszulösen. Das berichtet der Sender CNN und beruft sich dabei auf eine Veröffentlichung des US-Wissenschaftsjournals "Microbiome".

Man würde die Bakterien nicht umsonst "opportunistisch" nennen, zitiert CNN den Hauptautor der Studie, Kasthuri Venkateswaran. Es liege in ihrer Natur, "nach einer Möglichkeit zu suchen, pathogen zu werden" - sprich: krankheitserregend.

Auf der Erde seien die Erreger harmlos, unter den extremen Bedingungen im Weltraum könnten sie aber womöglich gefährlich werden, heißt es in dem Bericht. Das gelte insbesondere für längerfristige Missionen, etwa einer auf zwei Jahre veranschlagten bemannten Reise zum Mars.

Momentan sind Astronauten etwa sechs Monate lang auf der ISS. Den Forschern zufolge lohne sich eine genauere Untersuchung der Bakterien schon als Vorsichtsmaßnahme. "Es ist wichtig, die Präsenz jeglicher opportunistischer pathogener Mikroorganismen zu beobachten", heißt es in der Studie. In Anbetracht der Tatsache, dass für die Zukunft längerfristige Missionen geplant seien, müssten Möglichkeiten entwickelt werden, die Krankheitserreger zu entdecken und ihre Anzahl zu verringern.

Bakterien als "Trittbrettfahrer"

Das Forscherteam hat laut Venkateswaran mithilfe modernster DNA-Sequenzierungstechnologie Proben von der ISS mit solchen von zwei Reinräumen im Strahlantriebslabor der US-Raumfahrtbehörde Nasa im kalifornischen La Cañada Flintridge verglichen - auf der Raumstation seien deutlich mehr Bakterien gefunden worden. (Hier finden Sie die Studie im Original.)

Wie sie überhaupt auf die Raumstation gelangt sind? "Menschen sind großartige Fermenter", sagte Venkateswaran gegenüber CNN. "Wir Menschen beherbergen Abermilliarden von - zumeist harmlosen - Bakterien." Venkateswaran geht in dem speziellen Fall jedoch davon aus, dass die Bakterien als "Trittbrettfahrer" mit der Ladung zur ISS gelangt seien. Neu seien sie vermutlich nicht im All - was sich geändert habe, sei die Methode, sie zu entdecken.

Außeneinsatz an der ISS

Die ISS sorgt derzeit nicht nur wegen der Studie für Schlagzeilen. Am Mittwoch haben die beiden US-Astronauten Scott Kelly und Kjell Lindgren erfolgreich einen Außeneinsatz an der Raumstation absolviert. Sieben Stunden und 16 Minuten lang haben sie in ihren Raumanzügen unter anderem Instrumente montiert und Teile des Roboterarms eingefettet, wie die Nasa mitteilte.

Weil alles etwas länger gedauert hätte als geplant, seien ein paar kleinere Aufgaben verschoben worden. Alles Wichtige sei aber erledigt worden, so die Nasa.

Für Kelly und Lindgren war es der erste Einsatz im freien Weltraum. Bereits am 6. November steht ihr nächster Außeneinsatz an. Dann sollen sie unter anderem am Kühlungssystem arbeiten. Auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde arbeiten derzeit drei Russen, zwei Amerikaner und ein Japaner.

aar/dpa

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