Russlands neuer Weltraumbahnhof Panne in Wostotschnij

Der zweite Raketenstart von Russlands neuem Weltraumbahnhof Wostotschnij scheint geglückt. Doch die Fracht, ein Wettersatellit, ist verschollen.

Wostotschnij: Start der Sojus-Rakete am 28. November
DPA

Wostotschnij: Start der Sojus-Rakete am 28. November


Eine Panne mit einem Satelliten hat den zweiten Raketenstart von Russlands neuem Weltraumbahnhof Wostotschnij überschattet. Es sei nicht gelungen, Kontakt zum Wettersatelliten "Meteor-M Nr. 2-1" herzustellen, teilte die Raumfahrtbehörde Roskosmos am Dienstag mit. Der Satellit habe die Zielumlaufbahn um die Erde nicht erreicht. Die Sojus-Rakete war zuvor planmäßig gestartet.

Es war der zweite Flug einer Rakete vom neuen Kosmodrom Wostotschnij rund 8000 Kilometer östlich von Moskau. Neben dem Wettersatelliten sollte sie 18 Mikrosatelliten in eine Umlaufbahn um die Erde bringen.

Möglicherweise habe die Raketenstufe vom Typ Fregat nicht planmäßig gezündet, hieß es der Agentur Interfax zufolge aus Raumfahrtkreisen. Anschließend könnte sie demnach in den Atlantik gefallen sein. Ein Experte schloss ein Problem bei der Vorbereitung in Wostotschnij nicht aus. Ein Informant der Agentur Tass sagte, der Satellit könne sich auch auf einer ungeplanten Erdumlaufbahn befinden. Sollte er entdeckt werden, würde versucht, Kontakt herzustellen. Sollte es innerhalb von 24 Stunden keine Signale geben, sei der Satellit wohl verloren.

Auch bei der Eröffnung von Wostotschnij am 28. April 2016 hatte es Probleme gegeben. Wegen eines technischen Defekts war der Start damals um einen Tag verschoben worden. Skandale hatten das Projekt zudem immer wieder gebremst. Der nächste Raketenstart von Wostotschnij ist für den 22. Dezember geplant.

Mit Wostotschnij will sich Russlands Raumfahrt unabhängig machen von Nachbar Kasachstan, auf dessen Gebiet sich das Kosmodrom Baikonur befindet.

wbr/dpa

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